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Hausbibliotheken -2025

Hausbibliotheken

(Gliederung entsprechend „Checkliste für Mikroprojekte #chemnitz2025“)

Projektzusammenfassung

Das „lebenswerte Chemnitz“ – Projekt der Hausbibliotheken wird als Kulturhauptstadt Projekt vorgeschlagen. Die fachlichen Details zum Projekt sind bereits in dieser verlinkten Projektbeschreibung dargestellt. Der zentrale Kern des Projektes, ist die Frage:

Warum muss jede Wohnpartei eine eigene Bücher- und Mediensammlung haben, wenn sich das in Mehrfamilienhäusern auch teilen lässt?

Im Projekt entstehen zahlreiche „Shared Library“ (offene geteilte Bibliothek) in Mehrfamilienhäusern in Chemnitz, zu denen jeweils alle Mieter des jeweiligen Hauses beitragen. Es entstehen also Hunderte kleine Hausbibliotheken in Chemnitz, über die die Mieter Bücher und elektronische Medien teilen.

Ausführliche Projektbeschreibung

In der „Hausbibliothek“ – Projektbeschreibung ist ein seit einigen Jahren existierendes Chemnitzer-Pilotprojekt beschrieben/dokumentiert und auch das „Hausbibliotheks-Projekt“ im Detail erläutert. Eine kurze Einführung dazu gibt das Video aus dem „24 gute Taten“-Weihnachtskalender (Dauer: 1:39 min):

Dieses Kulturhauptstadt-Projekt, ist ein Mitmach-Projekt an dem sich eine große Anzahl von Chemnitzerinnen weitgehend selbstorganisiert beteiligen kann. Gleichzeitig ist es ein Projekt, das mit den „Hausgemeinschaften“ kleine soziale Gemeinschaften fördert, das Gemeinschaftsgefühl in Mehrfamilienhäusern, insbesondere auch „Plattenbauten“ erhöht und nebenbei auch die kulturelle Bildung fördert, indem die Menschen des Hauses, Bücher, Filme und Musik kennenlernen, die sie sonst nicht kennengelertn hätten. Es ist eine Form des kulturellen Austauschs.

Das „Teilen“ über die Hausbibliothek leistet einen Beitrag zum gemeinsamen Austausch und Kennenlernen und fördert darüber ein positives Zusammenleben und im besten Fall trägt es zum Entstehen wirklicher „Hausgemeinschaften“ bei.

Das Projekt benötigt die Unterstützung und „Ermöglichung“ durch die jeweiligen Hauseigentümer (Vermieter), da diese die jeweiligen „Austauschplätze“, im einfachsten Fall den Aufstellort des Regals oder Schrankes zum Teilen der Bücher und Medien bereitstellen müssen.  Das in der Projektbeschreibung dokumentierte Pilotbeispiel zeigt, dass das Konzept der Hausbibliotheken funktioniert.

In diesem Kulturhauptstadt -Projekt sollen diese „Hausbibliotheken“ über die Vermieter in Chemnitz, insbesondere die Wohnungsgenossenschaften, GGG und private Eigentümer in die Breite gebracht werden, so dass überall in Chemnitz solche Hausbibliotheken entstehen. Dieser Prozess soll durch entsprechende Tipps, Hinweise und Erfahrungsaustausch unterstützt werden.

Umso höher die Anzahl der Mietparteien pro Hausgemeinschaft (z.B. in „Plattenbauten“) ist, um so nützlicher kann auch das Teilen dieser „Kulturgüter“ (Bücher, Filme, Musik) über diese Hausbibliotheken werden, da viele der Bewohner sich schon aus finanziellen Gründen keine solch „umfangreiche“ Sammlung leisten würden.

Wen spricht das Projekt primär an?

Alle Mieter in Chemnitzer Mehrfamilienhäusern, die Chemnitzer Wohnungsgenossenschaften und Vermieter von Mehrfamilienhäusern.

Welcher (gesellschaftliche) Mehrwert ergibt sich aus dem Projekt?

Förderung des sozialen Zusammenhhalts und des kulturellen Austauschs. Zudem ist es auch ein „Bildungsbeitrag“. Als „Mitmach-Projekt“ bezieht es zahlreiche Chemnitzer/innen aktiv mit ein.  Es ist ein langjährig und nachhaltig angelegtes Projekt, was auch nach 2025 seine positive Wirkung entfaltet. Die „Hausbibliothek“ kann sich auch zu einem Treffpunkt für Begegnungen im Haus entwickeln (wenn sie so umgestzt wird, wie im dokumentierten Pilotprojekt).

Die europäische Dimension

Das Projekt kann ein Vorbild zur Nachahmung für Wohngemeinschaften, insbesondere Plattenbausiedlungen in ganz Europa werden.

Ist dem Projekt ein Finanzplan (Einnahmen /Ausgaben) beigelegt?

Nein

Ist die beantragte Unterstützung max. 2.500 €?

ja

Welche Kosten sollen mit der Unterstützung beglichen werden?

Notwendige zusätzliche Abstimmungs- und Koordinierungsaufwände.  Aufwände für die Erstellung entsprechender Tipps, Hinweise und für Erfahrungsaustausch z.B. mit Vermietern und Mieterinnen in Chemnitz.

Wenn Honorare gezahlt werden: Für wen fallen diese in welcher Höhe an?

N.N.

Hausbibliothek

Warum muss jede Wohnpartei eine eigene Bücher- und Mediensammlung haben, wenn sich das in Mehrfamilienhäusern auch teilen lässt?

Das ist eine Idee hinter der:

Hausbibliothek

Ausgangspunkt war vor Jahren die Überlegung, was kann ich meinen Mietern möglichst Nachhaltiges zu Weihnachten schenken. So kam ich auf Bücher, die ich selbst gut fand. Nun wäre es recht unsinnig, für jede Wohnung das gleiche Buch zu schenken. Also verband ich es mit dem Vorschlag, die Bücher selbstorganisiert nach dem Lesen zu tauschen.
Das Tauschen funktionierte auf diese Weise nicht optimal. So war die nächste Stufe ein erstes Regal auf dem Dachboden, quasi als externer Tauschplatz. Das ging schon besser. Allerdings nahmen auch hier die Bücher kontinuierlich ab … und noch schlimmer, ich hatte keine Ahnung, welche der wirklich guten und wertvollen Bücher (aus meiner Sicht) noch im Umlauf waren, so dass ein Nachkaufen nicht zielgerichtet möglich war.

Das trug ich im Hinterkopf, als die Lösungs-Idee bei einer Versteigerung auf dem OER-Camp in Berlin auftauchte:

Logo auf dem OER-Camp Aufsteller
Logo auf dem OER-Camp Aufsteller

Keiner der Teilnehmerinnen konnte mit dem sehr großen Aufsteller etwas anfangen und er drohte übrig zu bleiben und evtl. entsorgt zu werden, als mir zwei Ideen kamen: „Bücherregal“, zu dem sich der Aufsteller wahrscheinlich  umbauen ließ und „Shared Library“ (offene geteilte Bibliothek), zu der alle Mieter beitragen. Glück war ebenfalls, dass ich mit dem Kombi in Berlin war und dass ich diesmal keine Mitfahrer hatte, so dass auch ein Transport möglich war.

Das physische Ergebnis ist auf den folgenden Bildern zu sehen:

Regal mit Regeln
Sitze und Reserveplatz
Sitze und Reserveplatz
für die Hausbibliothek reicht eine "kleine Ecke"
für die Hausbibliothek reicht eine „kleine Ecke“

Der heutigen „Hausbibliothek“ liegen weitere Überlegungen/Annahmen zugrunde:

  1. Die großartigsten Bücher der Weltliteratur, die „Jede“ gelesen haben sollte, sind eine überschaubare Zahl. Die meisten Menschen kennen etliche Werke davon noch nicht (finden also auch neues).  => Werden in der Hausbibliothek nur Werke gesammelt, die die Bewohner nachhaltig beeinflusst und geprägt haben, dann reicht ein überschaubarer Platz (frei geschätzt ca. 200 Bücher). Ob es bei Filmen genauso überschaubar bleibt, ist unklarer. Aber durch die neuen Online-Dienste bleibt die Sammlung an DVDs+ Blue Rays wahrscheinlich überschaubar.
  2. Wenn alle nur die Werke teilen/tauschen, welche sie wirklich toll finden, ist es auch eine Sammlung vom Empfehlungen, insbesondere für Bewohner, die nicht so genau wissen, welches Buch/Werk sich lohnt zu erwerben.
  3. Wenn alle Bewohnerinnen mitmachen, sind es nicht nur Empfehlungen von mir als Vermieter (Einzelmeinung), sondern die Gemeinschaftsmeinung aller Mieter.
  4. Ein Haus ist eine Einheit, in der die Anzahl der Bewohnerinnen (Gruppe) noch überschaubar ist, so dass es „Ihre Bibliothek“ ist, und nicht die einer „anonymen Masse“.

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich Mieter unterschiedlicher Wohnungen bereits gemeinsam Filme angesehen haben, was ich als positiv für das Klima im Haus ansehe.

Aus den Ideen und auch den Erfahrungen der ersten Jahren, sind einige Regeln entstanden, die teilweise auch funktionieren und die am Regal befestigt sind (siehe Bild oben).

Nachmacher/Mitmacher gesucht:

Sinn dieses Beitrags ist, Nachmacherinnen in anderen Häusern in Chemnitz zu finden, entweder selbstorganisiert durch die Mieter, oder initiiert von den Vermieterinnen.

Zum Einen bin ich überzeugt davon, dass dies Chemnitz noch lebenswerter macht (einer der vielen kleinen möglichen Schritte), dass es zum Zweiten, nicht viel kostet und sich Drittens eine kleine Ecke dafür in den meisten Häusern findet. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Starthilfe für Nachmacherinnen und Mitmacher:

Ihr müsst als Vermieter oder auch Mieterinnen die Bücher/Medien nicht neu kaufen. Es gibt tolle „zweite Hand“ Händler im Netz, bei denen auch Hardcover-Bücher (oder andere Medien) für wenige Euro erhältlich sind. Eine kleine Start-Sammlung zu Beginn macht Sinn, ehe die Anzahl durch Medien der Bewohnerinnen steigt.

Hier ist die Liste der Bücher, die ich in den letzten Jahren zur Hausbibliothek beigesteuert habe:

… und hier noch die „Regeln“ als Vorlage für ggf. Eure eigenen Regeln:

Bitte beachtet, die fortschreibbaren Dokumentformate (Word, Excel) sind etwas gefährdeter für Viren, Trojaner etc.
Wägt das Risiko bitte für Euch selbst ab.

Mich würde interessieren, ob die Idee Nachmacher findet. Schön wäre es eine kurze Rückmeldung (eMail) zu bekommen, wenn es jemand nachgemacht hat, aber auch, wenn jemand darüber berichtet.

In der Hoffnung auf viele Mitmacher
Dirk Liesch