Schlagwort-Archive: OER

biMOOC – Projekt durch Chemnitzer Initiatoren

Der gemeinnützige Chemnitzer Verein „aracube e.V.“ und Dirk Liesch (stellvertretender Vorsitzender des Imkerverein Chemnitz 1874 e.V.) haben das freie Bildungsprojekt:

Bienen und Imkerei MOOC (biMOOC)

initiiert.

Alle Informationen zu dem Projekt finden Sie hier: https://bienen.open-academy.com/
Projektvideo zum zugehörigen Crowdfunding-Projekt (3:52min):

Hier geht es direkt zum biMOOC – Crowdfundingprojekt auf Startnext. Die „Finanzierungsphase“ läuft vom 9.4.-1.6.2019. Ein Feedback zur Verbesserung der Beschreibung und zu den „Dankeschöns“ ist aber schon vorher erwünscht.

Schön wäre es, wenn auch einige Chemnitzerinnen und Chmenitzer Unternehmen und Organisationen bei diesem Projekt mitmachen.

Hier gibt es Informationen für „Mitmacher“, „Sponsoren“, „Spender“ oder „Multiplikatoren/Medienpartner“.

Warum finden wir dieses Projekt gut, unterstützen es als Multiplikator und machenes mit bekannter?

  • Es ist ein positives Projekt von Chemnitzern für Chemnitzerinnen, auch wenn es sich an den gesamten deutschsprachigen Raum (D-A-CH) wendet.
  • Das biMOOC-Projekt hilft Chemnitz lebenswerter zu machen.
  • Das Projekt hilft dem Bienenschutz und der Imkerei. Aufgrund der großen Überschneidungen ist es damit auch ein Projekt für den Insektenschutz, den Umweltschutz und den Naturschutz.
  • Das biMOOC – Projekt setzt moderne effektive Bildungsansätze (Modebegriffe: „Bildung 4.0“,  „Lernen 4.0“ und „flipped classroom“) in der Realität um. Damit macht das Projekt diese neuen Bildungsformen für eine größere Anzahl von Chemnitzerinnen (und darüber hinaus) verständlich und erfahrbar und macht diese modernen Bildungsformen damit bekannter.
  • Das biMOOC – Projekt setzt konsequent auf FREIE Bildung. Sowohl alle entstehenden und eingebundenen Lernmaterialien und Informationsmaterialien sind sogenannte OER (Open Educational Resources), als auch die Teilnahme am interaktiven Onlinekurs, begleitend zum Bienenjahr ab 2020 (MOOC –  Massive Open Online Course) ist kostenlos.
  • Die unterschiedlichen Lernpfade und „Lehrpläne“ (Curricula) des biMOOC-Projektes richten sich an unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten (Ministerien) im deutschen Bildungssystem. So ist es ein gutes Pilotbeispiel für den Einsatz der neuen freien Lernformen („flipped classroom“) in den unterschiedlichen Bildungsbereichen:
    • Imker-AGs/GTA (Schüler Kl. 6-12) – Schulbildung
    • Junimkerausbildung – Berufsausbildung/Erwachsenenbildung
    • Bienenjahrbegleitung für Bestandsimker – Weiterbildung
    • Bäuerinnen und Landwirte – Weiterbildung/Landwirtschaft
    • Interessierte Bürgerinnen – Volksbildung (Umwelt- und Naturschutz)
  • Wir hoffen, dass weitere moderne und effektive Bildungsangebote in Chemnitz nach diesem Vorbild entstehen und das Chemnitz im Bereich „Bildung 4.0“ ein „Leuchtturm“ wird (um noch ein paar Buzzwords zu verwenden 😉
  • Wir möchten, dass sich freie Bildungsinhalte (OER) und kostenfreier Bildungszugang in Zukunft stärker durchsetzen. Solange es noch von Steuergeldern bezahlte Angestellte oder Beamte an Schulen, Hochschulen und anderen Institutionen in Sachsen gibt, die die durch sie erstellten Bildungsmaterialien/Lernmaterialien noch nicht als OER frei zur Verfügung stellen, ist dieses Ziel noch weit und verfolgenswert.
  • Das biMOOC -Projekt braucht aufgrund des doch erheblichen Aufwandes Unterstützung für eine erfolgreiche Realisierung.
  • Ein Pilotbeispiel im Bereich moderne „Bildungskultur“ ist vielleicht auch ein Beitrag für eine „Kulturhauptstadt“-Bewerbung 😉

Warum wir denken, das biMOOC-Projekt passt zu Chemnitz?

Chemnitz ist eine grüne Stadt. In den Parks und Wohngebieten gibt es bereits im bestehenden Baumbestand viele gute Bienenweidepflanzen (Hasel, Weide, Kastanie, Linde, Robinie etc.). Außerdem gibt es in Chemnitz (wie generell im Osten Deutschlands) noch viele Kleingarten-Sparten und Wohnungsgenossenschaften (Plattenbau-Siedlungen). Dies ist eine tolle Grundlage um auch eine noch bienen- und insektenfreundlichere Stadt zu werden. Deshalb sollte Chemnitz diese Chance ergreifen und umsetzen.

Früher gab es einmal ein sehr gutes Bildungssystem in Chemnitz. Heute ist es im Deutschlandvergleich wahrscheinlich noch „ok“. Aber es lohnt sich, wieder ein sehr gutes Bildungssystem in Chemnitz anzustreben und auch mit erfolgversprechenden und begründeten Maßnahmen die ersten Schritte dahin zu gehen. Ein sehr gutes Bildungssystem hat eine hohe Priorität in den Zielen unserer Initiative „lebenswertes Chemnitz“. Außerdem gibt es noch ein paar positive Beispiele in der Chemnitzer Bildungslandschaft, die sich als Kristallisationspunkte eignen würden, um diese Zielstellung mittel- und langfristig zu erreichen (wenn man denn will).

Hausbibliothek

Warum muss jede Wohnpartei eine eigene Bücher- und Mediensammlung haben, wenn sich das in Mehrfamilienhäusern auch teilen lässt?

Das ist eine Idee hinter der:

Hausbibliothek

Ausgangspunkt war vor Jahren die Überlegung, was kann ich meinen Mietern möglichst Nachhaltiges zu Weihnachten schenken. So kam ich auf Bücher, die ich selbst gut fand. Nun wäre es recht unsinnig, für jede Wohnung das gleiche Buch zu schenken. Also verband ich es mit dem Vorschlag, die Bücher selbstorganisiert nach dem Lesen zu tauschen.
Das Tauschen funktionierte auf diese Weise nicht optimal. So war die nächste Stufe ein erstes Regal auf dem Dachboden, quasi als externer Tauschplatz. Das ging schon besser. Allerdings nahmen auch hier die Bücher kontinuierlich ab … und noch schlimmer, ich hatte keine Ahnung, welche der wirklich guten und wertvollen Bücher (aus meiner Sicht) noch im Umlauf waren, so dass ein Nachkaufen nicht zielgerichtet möglich war.

Das trug ich im Hinterkopf, als die Lösungs-Idee bei einer Versteigerung auf dem OER-Camp in Berlin auftauchte:

Logo auf dem OER-Camp Aufsteller
Logo auf dem OER-Camp Aufsteller

Keiner der Teilnehmerinnen konnte mit dem sehr großen Aufsteller etwas anfangen und er drohte übrig zu bleiben und evtl. entsorgt zu werden, als mir zwei Ideen kamen: „Bücherregal“, zu dem sich der Aufsteller wahrscheinlich  umbauen ließ und „Shared Library“ (offene geteilte Bibliothek), zu der alle Mieter beitragen. Glück war ebenfalls, dass ich mit dem Kombi in Berlin war und dass ich diesmal keine Mitfahrer hatte, so dass auch ein Transport möglich war.

Das physische Ergebnis ist auf den folgenden Bildern zu sehen:

Regal mit Regeln
Sitze und Reserveplatz
Sitze und Reserveplatz
für die Hausbibliothek reicht eine "kleine Ecke"
für die Hausbibliothek reicht eine „kleine Ecke“

Der heutigen „Hausbibliothek“ liegen weitere Überlegungen/Annahmen zugrunde:

  1. Die großartigsten Bücher der Weltliteratur, die „Jede“ gelesen haben sollte, sind eine überschaubare Zahl. Die meisten Menschen kennen etliche Werke davon noch nicht (finden also auch neues).  => Werden in der Hausbibliothek nur Werke gesammelt, die die Bewohner nachhaltig beeinflusst und geprägt haben, dann reicht ein überschaubarer Platz (frei geschätzt ca. 200 Bücher). Ob es bei Filmen genauso überschaubar bleibt, ist unklarer. Aber durch die neuen Online-Dienste bleibt die Sammlung an DVDs+ Blue Rays wahrscheinlich überschaubar.
  2. Wenn alle nur die Werke teilen/tauschen, welche sie wirklich toll finden, ist es auch eine Sammlung vom Empfehlungen, insbesondere für Bewohner, die nicht so genau wissen, welches Buch/Werk sich lohnt zu erwerben.
  3. Wenn alle Bewohnerinnen mitmachen, sind es nicht nur Empfehlungen von mir als Vermieter (Einzelmeinung), sondern die Gemeinschaftsmeinung aller Mieter.
  4. Ein Haus ist eine Einheit, in der die Anzahl der Bewohnerinnen (Gruppe) noch überschaubar ist, so dass es „Ihre Bibliothek“ ist, und nicht die einer „anonymen Masse“.

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich Mieter unterschiedlicher Wohnungen bereits gemeinsam Filme angesehen haben, was ich als positiv für das Klima im Haus ansehe.

Aus den Ideen und auch den Erfahrungen der ersten Jahren, sind einige Regeln entstanden, die teilweise auch funktionieren und die am Regal befestigt sind (siehe Bild oben).

Nachmacher/Mitmacher gesucht:

Sinn dieses Beitrags ist, Nachmacherinnen in anderen Häusern in Chemnitz zu finden, entweder selbstorganisiert durch die Mieter, oder initiiert von den Vermieterinnen.

Zum Einen bin ich überzeugt davon, dass dies Chemnitz noch lebenswerter macht (einer der vielen kleinen möglichen Schritte), dass es zum Zweiten, nicht viel kostet und sich Drittens eine kleine Ecke dafür in den meisten Häusern findet. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Starthilfe für Nachmacherinnen und Mitmacher:

Ihr müsst als Vermieter oder auch Mieterinnen die Bücher/Medien nicht neu kaufen. Es gibt tolle „zweite Hand“ Händler im Netz, bei denen auch Hardcover-Bücher (oder andere Medien) für wenige Euro erhältlich sind. Eine kleine Start-Sammlung zu Beginn macht Sinn, ehe die Anzahl durch Medien der Bewohnerinnen steigt.

Hier ist die Liste der Bücher, die ich in den letzten Jahren zur Hausbibliothek beigesteuert habe:

… und hier noch die „Regeln“ als Vorlage für ggf. Eure eigenen Regeln:

Bitte beachtet, die fortschreibbaren Dokumentformate (Word, Excel) sind etwas gefährdeter für Viren, Trojaner etc.
Wägt das Risiko bitte für Euch selbst ab.

Mich würde interessieren, ob die Idee Nachmacher findet. Schön wäre es eine kurze Rückmeldung (eMail) zu bekommen, wenn es jemand nachgemacht hat, aber auch, wenn jemand darüber berichtet.

In der Hoffnung auf viele Mitmacher
Dirk Liesch

Freie Bildung für komplexe Inhalte und Qualifizierungen

Es gibt mit der:

open-academy

(https://open-academy.com)

ein sehr spannendes Projekt für komplexe freie Lerninhalte,  freie Bildung und freie berufliche Qualifizierung und Weiterbildung in Chemnitz.

Diesem OER – Projekt (Open Educational Resources) liegt als Kern das „Abstract – Modell“ zugrunde, welches in folgendem Video (4:36 min) erklärt ist:


Das praktische Pilotbeispiel (zur Management-Qualifizierung: „Wissensmanagement“) , mit welchem dieses Modell erstmalig umgestzt ist, wurde mit gleich zwei Nominierungen zum OER-Award 2017 ausgezeichnet, in den Kategorien „Hochschule“ und „OER Geschäftsmodelle“ (siehe Beitragsbild).

Hier geht es zum „Wissenmanagement – Kursbuch“ auf der open-academy:

„Wissensmanagement – Kursbuch“ auf der open-academy

Bildung und Wissen, sind ein Schlüssel für viele Herausforderungen in unserer Gesellschaft und auch in Chemnitz. Beides möglichst allen Menschen frei zugänglich zu machen:

  • vom Vorschulkind bis zur Rentnerin
  • vom Hartz IV Empfänger bis zur Millionärin
  • vom Studenten bis zu geistig oder körperlich Beeinträchtigten

… zu möglichst minimalen Kosten, mit minimalen Teilnahme- und Teilhabe – Barrieren, ist ein großes Ziel der Entwicklung von OER und freier Bildung.

Die „open-academy“ löst im OER-Umfeld bisherige Probleme, wenn es um komplexere Themenbereiche / Qualifizierungen geht, die sich z.B. nicht in nur einem Video, Podcast oder Text „erschlagen“ lassen.

Auch für ein „lebenswertes Chemnitz“ gibt es viele Bildungs-, Lern- und Qualifizierungs-Themen, die das Leben von Familien mit berufstätigen Eltern erleichtern können, vor allem, wenn die berufstätigen Eltern, die Zeit des Lernens passend in ihren Tagesablauf integrieren können. Einige mögliche Beispiele sind:

  • Volkshochschule: alle Lernmaterialien und die theoretische Wissensvermittlung der Kurse
  • Stadtverwaltung: Wissen, was den Bürgerinnen zu Abläufen und Prozessen in den Ämtern vermittelt werden sollte, inkl. wichtiger „Aufklärungsthemen“ durch die Ämter und Verwaltung. Evtl. auch Qualifizierung der eigenen Verwaltungsmitarbeiter oder Mitarbeiterinnen der Unternehmen mit städtischer Beteiligung im Aufsichtsrat.
  • Universität und Fachschulen: Theoretische Wissensvermittlung zu allen berufsbegleitenden und berufsergänzenden Qualifizierungen (z.B. zu den berufsbegletenden Master-Ausbildungsangeboten der TU Chemnitz).
  • Schulbildung (von der Grunschule bis zum Gymnasium): Hinterlegung der sächsischen Lehrpläne der einzelnen Fächer und Jahrgänge mit entsprechenden freien eLearning Angeboten und OER-Lernmaterialien, um auch Eltern und Schülerinnen zu unterstützen, verpasste oder nicht verstandene Themen zielgerichtet und qualitativ hochwertig zu Hause nachzuholen, zu üben und zu verstehen.
  • Berufsausbildung (Berufsschulen u.ä.): Entsprechende Abbildung der theoretischen Bestandteile der Ausbildung, sinngemäß zur Schulbildung.

Wie kann ich mitmachen und unterstützen:

Unterstützt werden kann dieses Chemnitzer Projekt für freie Bildung nicht nur von Chemnitzer Schulen, der Volkshochschule,  der Stadtverwaltung, IHK +HWK,  TUC, Fach- und Berufsschulen oder Chemnitzer Unternehmen, sondern von jeder Chemnitzerin, die beruflich komplexere Bildung und komplexeres Wissen vermittelt und zwar in ihrem ganz konkreten Wissensbereich.

Außerdem können ehrenamtliche Projekte, wie es derzeit die „open-academy“ noch ist, nur sehr langsam (oft zu langsam) entwickelt werden. Zumindest eine Teilfinanzierung des damit verbundenen Aufwandes ist hier sehr hilfreich, und z.B. erfolgen durch:

  • Sponsoring
  • Unteraufträge in laufenden Bildungs- und Forschungsprojekten
  • Einbeziehung in neue Bildungs- und Forschungsprojekte
  • Weiterbilungsbudgets von Unternehmen und Verwaltungen, z.B. für die „flipped classroom“ Angebote
  • anteilige Freistellung eigener Dozenten, Lehrer,innen Ausbilder, Trainerinnen etc. für die Zusammenstellung der freien Lerninhalte (OER) zu ihrem spezifischen Fachgebiet

… und wie bei vielen Themen, kann es hilfreich sein, wenn ein gutes Projekt bekannter wird. Deshalb könnt Ihr auch mit Beiträgen in Social Media – Kanälen und über klassische Medien auf dieses Projekt aufmerksam machen.

Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie an einer Zusammenarbeit mit dem „open-academy“ Projekt interessiert sind.

Hinweis (zur beeinträchtigten Neutralität): Die „open-academy“ ist mein eigenes Projekt, was auch zukünftig nicht nur ehrenamlich betrieben werden soll.

Dirk Liesch