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Status: Frühblüher Mitmach-Aktion 2021 (LC2025)

Frühblüher – Aktion 2021

Die seit 2018 jährlich stattfindende „Frühblüher  Mitmach-Aktion“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Nicht nur, dass es für die Aktion bereits in anderen Städten Nachahmer gibt (siehe „Frühblüher-Flächen im Wohngebiet„, Halle Neustadt), sondern auch in Chemnitz ist eine zunehmende Zahl von Mitmachern bekannt. Über ein Beispiel aus dem letzten Jahr wurde auch in „Chemnitz grünt“ Herbstausgabe 2021 berichtet ( „Yvonne und die Blumenzwiebelguerilla“ S.6 ff).

Das folgende Bild zeigt die Frühblüher-Zwiebeln (ca. 10.600 Zwiebeln), die der Initiator dieses Mitmach-Projektes allein in diesem Jahr (2021) beisteuerte (ohne öffentliche Mittel!):

Frühblüher-Zwiebeln für die "Frühblüher Mitmach-Aktion" 2021
ca. 10.600 Frühblüher-Zwiebeln für die „Frühblüher Mitmach-Aktion“ 2021, von Dirk Liesch

Ein besonderer Dank gilt dabei der jährlichen Abverkaufsaktion bei Dehner, die unsere „Frühblüher Mitmach-Aktion“ darüber seit 2018 indirekt begleitet und darüber etwas größere Pflanzaktionen ermöglicht.

Obwohl es sich bei der Frühblüher Mitmach-Aktion in Chemnitz bis heute größtenteils um eine Guerilla – Pflanzaktion handelt (also fast alle Beteiligten und Pflanzflächen unbekannt sind), gibt es doch auch einige „Mitmach-Flächen“ (im C2025 – Sprech: „Interventionsflächen“) die inzwischen bekannt sind. Diese Chemnitzer Flächen sind auf folgender Karte eingezeichnet (und werden vielleicht in den nächsten Jahren ergänzt):

Damit sich diese bienen-/insektenfreundlichen und vor allem schönen Frühblüherflächen in den kommenden Jahren in Chemnitz nachhaltig entwickeln können, ist es wichtig, dass sie zwischen Ende Dezember bis ca. Mitte Juni nicht gemäht und bearbeitet werden. Es ist also NUR notwendig, die Flächen einmal weniger zu mähen, damit die Frühblüher noch ihre Kraft für das nächste Jahr sammeln können. Es darf also erst gemäht werden, wenn ihre Blätter bereits gelb (bzw. eingezogen) sind. Es sind deshalb KEIN Mehraufwand und KEINE zusätzlichen finanziellen Mittel notwendig, damit sich diese Frühblüherflächen nachhaltig über viele Jahre entwickeln können und Chemnitz dadurch ein wenig lebenswerter wird. Ob allerdings der „Gute Wille“ vorhanden ist, die Mahd im Frühjahr zu unterlassen (oder zu verschieben), wird sich zeigen. Insbesondere können wir Chemnitzer:innen dies an zwei Flächen verfolgen:

  • Stadtpark Chemnitz: Fläche über dem Regenüberlaufbehälter (RÜB LU 4)  beim Otto-Werner-Garten (verantwortlich: Grünflächenamt Chemnitz) – siehe Karte „Punkt 1“
  •  Frühblüher-Fläche vor der Zeisigwaldstraße 17 im Yorckgebiet (verantwortlich CAWG eG) – siehe Karte „Punkt 3“

Bisher hat das Grünflächenamt der Stadt Chemnitz zu allen Frühblüher-Mitmach Aktionen (die jährlichen „Frühblüher Mitmach-Aktionen“ und „Winterling-Aktionen“) von „lebenswertes Chemnitz“ keine Kooperationsbereitschaft erkennen lassen. Selbst die vorgeschlagene Winterling-Fläche im Park der OdF wurde zum ungünstigsten Zeitpunkt  im Frühjahr 2021 bearbeitet, siehe: „Winterlinge abgemäht“ (14.3.2021). Deshalb ist zu vermuten, dass das Grünflächenamt auch eher versuchen wird, die Frühblüher-Fläche am RÜB LU 4 im Stadtpark wieder zu vernichten.  Wir werden sehen.
Mehr Hoffnung besteht für die Frühblüher-Fläche vor der Zeisigwaldstraße 17 im Yorckgebiet, da hier die CAWG eG die Pflegemaßnahmen (unterlassen der Mahd zwischen Dezember bis ca. Mitte Juni) beeinflussen kann.
Wir werden die Entwicklung beider Pilot-Flächen in den nächsten Jahren verfolgen können. Hier folgen einige Fotos beider Flächen zum Jahreswechsel 2021/22, als Ausgangspunkt/Startpunkt des Vergleichs (vorher/nachher). Ein „Klick“ auf die Fotos führt zu größerem Bild:


RÜB LU4, Stadtpark Chemnitz, 31.12.2021

Zeisigwaldstraße 17, Chemnitz, 1.1.2022

Es gibt natürlich bereits schöne Frühjahrsfotos der Aktionen aus den vergangenen Jahren. Wir möchten uns hier aber bewusst ausschließlich auf den Vergleich dieser beiden „Pilot-Flächen“ konzentrieren und diese Vergleichsbilder hier dokumentieren, inkl. der Entwicklung der Flächen über mehrere Jahre.

Beide Mitmach-Projekte für nachhaltige Blühflächen von „lebenswertes Chemnitz“ wurden bereits als Mikroprojekte für das Kulturhauptstadt-Jahr (C2025) eingereicht, siehe:

… und natürlich vom C2025-Projektteam abgelehnt, vermutlich, da „lebenswertes Chemnitz“ zu anderen Chemnitzer Themen und Kulturhauptstadt-Projekten auch kritische Positionen einnimmt.

Unsere beiden Blühflächen-Projekte haben Chemnitz KEINEN Euro gekostet und sind zudem noch wesentlich nachhaltiger als die bisherigen (sehr teuren) Blühflächenprojekte im Rahmen von C2025, die aufgrund von Anfängerfehlern bereits nach 2-3 Jahren neu angelegt werden müssen/mussten, da sie eben (trotzt teurer Finanzierung) NICHT nachhaltig sind.
Warum Blühwiesen-Projekte im Rahmen von C2025 finanziert werden, die NICHT fachgerecht und kompetent ausgeführt wurden und deshalb nicht länger als 3 Jahre ohne Neuanlage überleben, wird das Geheimnis des C2025-Teams bleiben, genauso wie die Ignoranz der massiven Kritik zu „WE PARAPOM!“ (Apfelbaumparade), wo auch bisher eine tolle Ursprungsidee bisher komplett gegen die Wand gefahren wird (beispielsweise: „WE PARAMALUS! <=> WE PARAPOM!“). Hoffen wir, dass sich diesbezüglich noch etwas ändert, bevor noch mehr Gelder vernichtet werden, statt sie nachhaltig einzusetzen.

Impf-Flashmob „NichtFürEuch“

Chemnitzer Impf – Flashmob „Nicht Für Euch“

Vom  3.12.-6.12.2021

gehen möglichst viele bisher ungeimpfte Chemnitzer:innen zur Corona-Schutzimpfung unter dem Motto:  „Nicht Für Euch“ (#NichtFürEuch) um trotzdem den Protest zur aktuellen Politik und Medienberichterstattung auszudrücken. Mit „Nicht Für Euch“ sind Politiker und einseitig berichtende Medien/Journalistinnen gemeint.

Mitmachen als Protest!

Die ausführliche Begründung für diese Aktion ist im Beitrag „Impfen statt Suizid“ beschrieben. Hier der Ausschnitt daraus zur dieser Aktion:

Vorschlag – Kulturhauptstadt – Aktion (C2025):
„Chemnitzer Impf – Flashmob“

Da auch die Kulturhauptstadt-Organisation in Chemnitz bekanntermaßen in die falsche Richtung läuft, z.B. nur eine Elite (die das „richtige“ und derzeit „konforme“ Weltbild hat) entscheidet, was passieren darf (und wer das ganze Geld bekommt),  oder „Kultur“ nur in „Kunst“ umgedeutet wird, möchte ich Euch:

  • eine gemeinsame C2025 Flashmob- Aktion: einen Chemnitzer „Impf-Flashmob“ vom 3.12.-6.12.2021

vorschlagen, UNABHÄNGIG und auch als Protest GEGEN das heutige Kulturhauptstadt-Team in Chemnitz (deshalb das Flashmob-Format als „Kunstform“) und GEGEN die heutige Politik und Medienberichterstattung  und GEGEN die Diskriminierung von „Ostdeutschen“. Es ist eine Aktion FÜR Freiheit und FÜR Solidarität mit dem Pflegepersonal und Menschen mit schwachem Immunsystem.

Alle von Euch, die bis dahin noch nicht geimpft sind, gehen in diesem Zeitraum zum Impfen, entweder zu den impfenden Ärzten (bevorzugte Option) oder auch ins Impfzentrum  auf der Wilhelm-Raabe-Straße (für das Sachsen für die Neueröffnung 4 Millionen Euro an Chemnitz zugesagt hat – also ein finanzielles Gewinngeschäft für die Stadt).

In diesem Zeitraum können alle von Euch, die mitmachen auch wirklich geimpft werden (wenn die Stadt das möchte). Deshalb ist es keine 15min Aktion und auch nicht ganz so kurzfristig und trotzdem noch recht spontan und selbstorganisiert. Wer möchte kann auch sehr gerne eine „Nicht für EUCH!“ Plakette, Plakat o.ä. mitbringen, als Protest gegen die aktuelle Politik (Stadt, Land, Bund) und/oder gegen die bisherige C2025 Organisation in Chemnitz.

Da ich persönlich zu diesem Zeitpunkt sowohl geimpft, als auch geboostert bin, nehme ich nicht teil, verfolge aber die Ergebnisse. Es wäre toll, wenn es danach von Euch ein paar Fotos gibt, von der Aktion und Euren Stickern und Plakaten … und zwei Wochen später eine Impfquote von min. 84% (2×42) in Chemnitz.

Bitte: Wer die Aktion gut findet, sollte diese Information jetzt an Freunde und Bekannte in Chemnitz weiterleiten (da ich nicht so „Social Media“ aktiv bin und deshalb kein entsprechendes Netzwerk habe).

Hinweis: der Text wurde am 1.12.2021 leicht angepasst.

Dieser Beitrag ist meine persönliche Meinung, mit entsprechenden Argumenten und Schlussfolgerungen. Bilden Sie sich Ihre eigenen Meinung. Eigenes (Mit)Denken sollte bei jedem Thema und Informationskanal die wichtigste Grundlage sein.  Der Beitrag „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“ (aus dem Wissensmanagement MOOC) vermittelt dazu sehr nützliches Wissen.

WE PARAMALUS! <=> WE PARAPOM!

Pomologen zu WE PARAPOM!

Ein Bericht von den „Mitteleuropäischen Pomologentagen 2021“ in Bad Muskau  bezüglich des „WE PARAPOM!“ Projektes und zur aktuellen Projektentwicklung seit dem 25.9.2021.

Zusammenfassung in sechs Sätzen:
Noch ist offen, ob das „WE PARAPOM!“ -Team die Kritik von allen Seiten ignoriert und bei seinem „WE PARAMALUS!“ – Ansatz bleibt, oder ob es ein „WE PARAPOM!“ Projekt daraus macht, also so etwas ähnliches, wie die „Streufruchtparade„. „Malus“ ist der Apfelbaum und „Poma“ das Obst, „Pomarium“ der Obstgarten und die „Pomologie“ die Obstbaukunde.
Pomologen und das derzeit noch „WE PARAMALUS!“ Team stimmen gemeinsamen zukünftigen Abstimmungen zu. Noch ist das Projekt aus mehreren Aspekten weit von Nachhaltigkeit entfernt. Zumindest das Chemnitzer Team des internationalen INTERLACE Projektes und das hoffentlich bald „WE PARAPOM!“ Team sollten sich abstimmen und nicht gegensätzlich argumentieren. Stellt sich bei WE PARAPOM! „Kunst“ über „Leben“ oder wird es doch noch umgekehrt?

„WE PARAPOM!“ Diskussion & Wissenswertes

Vom 1.-3.10.2021 fanden die „Mitteleuropäischen Pomologentage 2021“ in Bad Muskau (Fürst-Pückler-Park , Orangerie) statt, die von der Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LANU) organisiert wurden. Am Vormittag des 1.10. wurde das „WE PARAPOM!“ Projekt  durch Elke Falat (für das WE PARAPOM! Team) vorgestellt. Anschließend wurde ausführlich darüber diskutiert, nachdem auch die kritischen Standpunkte aus unterschiedlichen Blickwinkeln (Pomologen Verein, lebenswertes Chemnitz) vorgestellt werden konnten. Ich (Dirk Liesch) war aufgrund derApfelbaumprojekt – Kritik“ (12.2.2021) eingeladen, und hatte den konkreten Vorschlag  „Apfelbaumparade wird Streufruchtparade“ mitgebracht.

Projektvorstellung und Position des „WE PARAPOM“ Teams

Seitens des „WE PARAPOM!“ -Teams wurde vorgestellt, dass es immer noch nur ein reines Apfelbaum-Projekt sein soll (Anmerkung: also wahrheitsgemäß „WE PARAMALUS!“ heißen sollte). Außerdem wäre es vor allem ein Kunstprojekt. Die Kunst hätte Vorrang. Deshalb ist auch der Weg der Parade (also die Strecke, auf der die Apfelbäume gepflanzt werden sollen) aus künstlerischen Gesichtspunkten und nach den gesellschaftspolitischen Botschaften, die vermittelt werden sollen, festgelegt wurden. Explizit wurde von Frau Falat als sehr wichtiger Wegpunkt der Parade das Erstaufnahmelager für Flüchtlinge genannt. Die bisherige „WE PARAMALUS!“ Route fokussiert also nicht zentral auf das „Leben“, also Plätze auf denen die 4.000 Apfelbäume gut wachsen und überleben können, sondern auf politische Botschaften. Da es aber bereits Anfragen von politisch gewollten Interessenten (Einrichtungen & Organisationen) an der Pflanzung gibt, deren Pflanzorte nicht auf der Route liegen, wird bereits nachgdeacht, auch abweichende Pflanzorte mit einzubeziehen.

Eine Einbeziehung externer Meinungen und Expertise war bisher seitens des „WE PARAPOM!“ Teams nicht möglich, da erst jetzt (Ende September 2021) die „organisatorischen Strukturen“ (Kulturhauptstadt Europas 2025 GmbH) offiziell mit Personal besetzt wurden. Trotzdem ist es unmöglich den geplanten Termin (6.11.2021) zur „künstlerischen-urbanen Intervention“ der Entsiegelung mit Hammer und Meisel zu verschieben (was noch nachvollziehbar ist). Aber auch die besonders kritisierte Pflanzung der ersten Apfelbäume (Schaffung von Tatsachen, bevor ein sinnvolles Konzept existiert) erfolgt am gleichen Tag und soll seitens des „WE PARAPOM!“ Teams keinesfalls verschoben werden.

Erkannt hat man im „WE PARAPOM!“ Team bereits, dass „unter den Apfelbäumen“ in 2025 keine Events stattfinden können, weil sie noch zu klein sein werden. Deshalb hat man den Vorschlag aufgegriffen, die Pflanzpfähle der Bäume bunt anzumalen und das als Ankerpunkt zu nehmen, um an und um dem Bäumen ggf. Aktionen stattfinden zu lassen.

Erkannt hat man im Projektteam auch, dass es wahrscheinlich unmöglich sein wird, bis Ende 2025 4.000 Apfelbäume in dem Projekt zu pflanzen. Das „WE PARAPOM!“ Team geht also bereits selbst davon aus, dass diese überall kommunizierte Zahl nicht erreichbar ist. Andererseits wird bisher ausgeschlossen, dass der gegenwärtige „WE PARAMALUS!“ Ansatz (nur Apfelbäume) auf „WE PARAPOM!“ (Streufruchtparade) konkretisiert werden könnte, weil im Bidbook nur von Apfelbäumen geschrieben wurde. Deshalb müssen es nun NUR Apfelbäume sein. Die „künstlerische Freiheit“ schließt also die Projektweiterentwicklung hin zu „PARAPOM“ nicht mit ein, weshalb Stand heute Projektname und das Konzept (nur Apfelbäume = malus) nicht zusammenpassen und das Projekt, wenn man bei der Wahrheit bleibt, „WE PARAMALUS!“ genannt werden müsste.

Eine Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem „Pomologen Verein“ insbesonderer der Landesgruppe Sachsen und dem LANU wird zukünftig angestrebt. Insbesondere geht es dabei um die Themen rund um die Pflege der Bäume, den Schnitt, die Beschaffung der Sorten usw.
Besonderer Wert wurde noch einmal darauf gelegt, dass „WE PARAPOM!“ zu allererst ein Kunstprojekt ist.

Kritiken und Positionen des Pomologen Vereins, des LANU und mir (Initiative „lebenswertes Chemnitz“, aracube e.V.)

Seitens Sabine Fortak (1.Vorsitzende, Pomologen-Verein e.V.) wurde kritisch bemerkt, dass Hinweise, Vorschläge und das Angebot der Zusammenarbeit aus 2019 durch das Kulturhauptstadt Team und dann das „WE PARAPOM!“ Team unbeachtet und unbeantwortet geblieben sind und so eine Chance vertan wurde, dass Projekt von Anfang an positiv zu gestalten. Der Hinweis zu „Malus = Apfelbaum“, also zum falschen Projektnamen, wenn es nur um Apfelbäume geht, stammt von ihr. Erst jetzt, wo schon ein Pflanztermin feststeht (Tatsachen geschaffen werden), kommt der Kontakt wieder zustande. Seitens des Fachberaters des Pomologen Vereins Sachsen e.V.  (Klaus Schwartz), der über 300 Beispielsorten der ausgestellten Äpfel in Bad Muskau bereitgestellt hat (und der über 600 Obstbaumsorten – die Mehrzahl Apfelsorten – für seine Baumschule zur Verfügung hat), wurde erwähnt, dass im letzten Jahr kein Interesse an der  Anzucht erster geeigneter Apfel-Sorten auf geeigneten Unterlagen seitens des „WE PARAPOM!“ Teams gezeigt wurde, obwohl das angeboten wurde und nötig gewesen wäre, wenn die Bäume in diesem Jahr gepflanzt werden sollten.
Die Experten (Pomologinnen) waren sich einig, dass:

  • es besser wäre, nicht nur Apfelbäume, sondern verschiedene Obstbäume und auch Sträucher (Strauchobst) zu pflanzen.
  • Apfelbäume nicht als Randbäume an asphaltierten Straßen, Wegen und Plätzen in der Stadt geeignet sind.
  • Apfelbäume (als Flachwurzler) besonders unter Trockenperioden (Stichwort: Klimawandel) leiden, insbesondere wenn die Standorte nicht optimal sind.
  • das Stadtgebiet KEIN geeigneter Raum ist, einen „Genpool“ von 2.000 Apfelsorten anzulegen, sondern, dass für Chemnitz (Klima, Lage, Böden) maximal einige hundert Apfelsorten in Frage kommen, die sich bei guter Pflege längerfristig entwickeln könnten.
  • die geeignete Standortauswahl zentrale Bedeutung hat, ob die Bäume eine Chance zum Überleben haben.
  • die Bäume (egal ob nur Apfel oder Obst) für etliche Jahre (ca. 7-10 Jahre) einen professionellen Entwicklungsschnitt benötigen. Diese Expertise ist nach ihrer Erfahrung nur sehr schwer genügend Interessenten beizubringen. Aus Erfahrungen aus ihren „Schnitt-Kursen“ der letzten Jahrzehnte wird angezweifelt, dass es genügend interessierte und motivierte „WE PARAPOM!“ Paten geben wird, die das Durchhaltevermögen haben, den Schnitt von Streuobstbäumen gut genug zu erlernen. Diese Pflege (Entwicklungsschnitt) ist aber nötig, damit die Bäume längerfristig überleben.
  •  insbesondere bei Apfelbäumen nur kleine/junge Bäume für die Pflanzung in Frage kommen, da Größere nur sehr schwer anwachsen. Die Bäume werden also in 2025 noch klein und unscheinbar sein.
  • es KEINESFALLS reicht, die Apfel-Bäume (Hochstämme) einfach in die Erde zu setzen und ab und zu mit einem Eimer Wasser zu gießen, sondern zumindest ein guter Windschutz (entsprechende Stützpfähle), Wurzelschutz (gegen Mäuse insbesondere Wühlmäuse, z.B. Wurzelschutznetz um den Wurzelballen beim pflanzen) und Winterschutz/Frostschutz (weißer Anstrich gegen Frostrisse in der Rinde)  erforderlich ist. Die Kosten nur dafür (ohne Baum, Pflanzloch und Erde) würden ca. 150 € pro Baum betragen.
  • Fallobst nicht auf gepflasterten/asphaltierten Flächen landen sollte  (Unfallgefahr, Akzeptanz der Bäume, Verkehrssicherungspflicht, Klagen, kostenintensive Auflagen für Kommune oder priv. Eigentümer nach Gerichtsentscheiden).
  • es UNBEDINGT eines GEEIGNETEN Verwertungskonzeptes für die anfallenden Äpfel bzw. besser des Obstes bedarf.
  • es ein begleitendes Bildungskonzept geben sollte.
  • es sich hier um Leben (lebende Pflanzen) handelt und dass die Kunst sich nicht über das Wohl des Lebens (Überlebenschancen der gepflanzten Obst-Bäume und Gehölze) hinwegsetzen sollte.

Frau Fortak berichtete aus einem ähnlichen Projekt, mit ca. 300 Apfelbäumen in Braunschweig, bei dem die ursprünglichen Zusagen zur Pflege und zum Entwicklungsschnitt dann doch nicht eingehalten wurden, mit entsprechenden negativen Folgen für die Bäume. Dies war mit dem Zweifel verbunden, ob dann die entsprechende Pflege und Schnitt (zumindest in den ersten 8-10 Jahren) bei 4.000 Apfelbäumen durch Chemnitz zu leisten ist, wenn die Bäume erst einmal gepflanzt sind (was einfacher ist, als die Entwicklungspflege). Diese Zweifel standen insbesondere im Raum, da am 16.9.2021 die „Streuobstveranstaltung“ an der Volkshochschule in Chemnitz wegen zu geringem Interesses abgesagt werden musste (also weniger als 7 Personen), und das nachdem im Amtsblatt, der Freien Presse und in anderen lokalen Medien (inkl. Lokalradio) dafür sehr aktiv geworben wurde!

Außerdem wurde über eine Gerichtsentscheidung (konkrete Stadt habe ich nicht notiert) berichtet, in der die Stadt letztendlich verpflichtet wurde,  die Zierapfelbäume (Früchte etwas so groß wie Pflaumen, also sehr klein) jedes Jahr rechtzeitig zu pflücken, ehe die Äpfel auf den Parkplatz fallen (über den die Kronen dieser Bäume reichten). Dabei hatte die Stadt extra Zierapfelbäume gewählt, um Beschwerden wegen der abfallenden Früchte auf den (öffentlichen) Parkplatz zu vermeiden. Deshalb sollte dringlichst darauf geachten werden, dass keine Fallobst der Pflanzungen (auch im ausgewachsenen Zustand der Bäume) auf Wege, Straßen und Plätze fällt, die einer Verkehrssicherungspflicht unterliegen (egal, ob im privaten oder städtischen Eigentum).

Die Vertreterinnen des Pomologen-Vereins betonten, dass sie, auch in dem ungewünschten Fall, dass nur Apfelbäume gepflanzt werden und keine Öffnung des Projektes hin zu „WE PARAPOM!“ erfolgt, mit Ihrer Expertise zur Verfügung stehen, um dann zumindest für die Apfelbäume mitzuhelfen, dass diese sich entwickeln können.

Insgesamt ist die Position der Pomologinnen sehr ähnlich dem der „Streuobstparade„, hinsichtlich Streufruchtpflanzen, Standortauswahl, Pflege, Verwertungskonzept und Bildungskonzept.

Einge wichtige Fragen aus Pomologen-Sicht, die auch für „WE PARAPOM!“ Gültigkeit besitzen, können dem hier verlinkten Fragen- und Kommentarkatalog zum Projekt „Apfelbäumchen für Sachsens Schulen und Kitas“ (PDF Dokument) entnommen werden. (Kommentar: Warum sind derzeit NUR Apfelbäume „In“ und „Hype“?)

Die Vertreterinnen des LANU (Organisatoren der Veranstaltung) haben sich sehr um neutrale Moderation bemüht und nur die Hoffnung formuliert, dass alle Beteiligte an einer möglichst guten und nachhaltigen Lösung interessiert sind, die gegenseitige Expertise nutzen und gemeinsam an einem Strang für ein nachhaltiges Ergebnis ziehen.

Mein (Dirk Liesch) Schwerpunkt lag, neben der Kritik am bisherigen Verhalten des „WE PARAPOM!“ Teams (auch unter dem negativen Eindruck des Gespräches am 25.9.29021 im Bürgerpark Gablenz), vor allem auf:

Als Beispiel hatte ich einen der (erfolgreich belegten) Nistblöcke der Mauerbienen-Aktion mitgebracht, an dem die Verbindung des „realen Lernobjektes“ zum „digitalen Lernpfad“ direkt begutachtet und ausprobiert werden konnte. Zusätzlich hatte ich die Projektkarten zum biMOOC und die Links/QR-Codes zum „Streufrucht“-Vorschlag mitgebracht.

Beide Vorschläge stießen beim „WE PARAPOM!“ Team auf taube Ohren. Es wurde keine Bereitschaft gezeigt, dazu ins Gespräch zu kommen oder auch nur in Kontakt zu bleiben.  Leider.

Wer sich selbst genauer über beide Vorschläge, insbesondere das innovative Bildungskonzept, informieren möchte, ist sehr herzlich zum „Denk Weiter – Das Kongressfestival der Nachhaltigkeit“ am 6.11.2021 im Carlowitz Congresscenter Chemnitz an den „aracube e.V.“ Stand eingeladen. Ich werde (selbstverständlich ehrenamtlich) dort sein.

offizielles Marketing-Bild „Denk Weiter!“
Hintergrundinformationen & Meinungen

Auch aus den Reihen der Pomologinnen kam der inzwischen vielfach gehörte Spruch: „Kultur ist nicht gleich Kunst„, sondern Kunst ist nur ein Teil der Kultur und Chemnitz ist „Kulturhauptstadt“ und NICHT „Kunsthauptstadt“ geworden. Das sollte, zumindest wenn es um „Leben“ (lebende Pflanzen) geht, nicht ganz aus den Augen verloren werden. Insgesamt sollte das Kulturhauptstadtjahr nicht fast ausschließlich auf „Kunsthauptstadt“ reduziert werden. Diese Gefahr ist leider bereits deutlich zu erkennen, nicht nur bei „WE PARAPOM!“ bzw. „WE PARAMALUS!“.

7000 Eichen - Dörnbergstraße 2019-08-06 g
7000 Eichen als Eschen

Oft wird als Vergleichsprojekt das „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ von Joseph Beuys genannt, was zur Dokumenta 7 in Kassel startete und zur Dokumenta 8 abgeschlossen war.

7000 Eichen - Rothenditmolder Straße 2019-09-29 b
7000 Eichen als Linden

Allerdings wurden hier nicht nur Mittel in Höhe mehrerer Millionen Euro vom Künstler selbst beschafft, sondern es wird hier in Chemnitz offensichtlich bewusst vergessen, dass selbst Beuys vernünftigen Argumenten gegenüber offen war und es eben nicht nur

7000 Eichen - Landgraf-Karl-Straße 2019-08-23 a
7000 Eichen als Platanen

Eichen, sondern auch zahlreiche andere Laubbäume geworden sind! (siehe Beispielbilder). Die Frage ist, ob das Chemnitzer „WE PARAMALUS!“ Team bereit ist, ebenfalls vernünftigen Argumenten zu folgen und es tatsächlich ein „WE PARAPOM!“ Projekt werden zu lassen, also eine „Streufruchtparade„.

Kostenbetrachtung zu „WE PARAPOM“

Warum das Projekt nachhaltig werden sollte, zeigt auch ein Blick auf die real zu erwartenden Kosten und den Wert der Arbeitsleistung.

„Hochstämmige“ Obstbäume fachgerecht pflanzen und so entwickeln zu lassen, dass sie längerfristig überleben, bedeutet pro Baum:

  • ca. 50-150 € für den Baum (je nach Sorte und Unterlage)
  • ca. 100-150 € für Wind-, Frost- und „Mäuse“-Schutz.
  • ca. 15-250 € für das Pflanzloch + Standortvorbereitung (Erde etc.) + das Pflanzen selbst
  • ca. 2-4h pro Jahr für 8-10 Jahre zur Baumpflege (inkl. fachgerechter Erziehungsschnitt ca. 1-2h/Jahr)

Für 4.000 Bäume ergibt dies:

  • min. 400.000 bis 600.000 € für die Bäume selbst (eher niedrig angesetzt, wenn Hochstämme und seltene Sorten)
  • min. 400.000 bis 600.000 ,-€ für die Schutzmaßnahmen
  • min. 400.000 für die Pflanzlöcher, Standortvorbereitung, Pflanzung (auch eher niedrig angesetzt)
  • min. 120.000 Stunden fachgerechte Pflegearbeit (bei minimalen 20,-€ pro Stunde = Mindestlohn + Lohnnebenkosten + sonstige Arbeitsnebenkosten) mit einem Wert von min. 2,4 Mio. Euro.

Nach einer zurückhaltenden Schätzung kostet die Baumpflanzung allein mindestens 1,5 Mio € (ohne Kosten des Projektteams, der Organisation, der Events und des Marketing).
Selbst bei einer Bewertung aller Arbeitsleistungen nach dem Mindestlohn, ergibt sich ein Wert, der teilweise ehrenamtlichen Arbeit von mindestens 2,4 Mio €.
Insgesamt kostet „WE PARAPOM!“ NUR für die Bäume mindestens 3,8 Millionen Euro (eher mehr), da auch ehrenamtliche Arbeit einen Wert hat! Für solch eine Investition MUSS „WE PARAPOM!“ nachhaltig sein. Für ein „flüchtiges kurzzeitiges Kunstprojekt“ ist dieser Aufwand zu hoch … zudem alle künstlerischen Aktionen darum herum  (z.B. die Entsiegelungsaktion und alles, was bis 2025 dazu noch geplant ist), zusätzlich ihr eigenes, nicht zu geringes, Geld kosten. Zudem passt fehlende Nachhaltigkeit bei einem „Baumprojekt“ nicht in die heutige Zeit. Das „Leben“ sollte vernünftigerweise vor die „Kunst“ gestellt werden.

Die Chemnitzer Projekte INTERLACE und „WE PARAPOM!“ sollten sich abstimmen
Chat-Beitrag zu Chemnitz im INTERLACE Projekt, Fr. Reinhardt, Chemnitzer INTERLACE Team, internationales Projektmeeting 28.10.2021

Der Chat-Beitrag von Frau Reinhardt ist sicherlich unter dem Eindruck entstanden, dass derzeit gerade 300 Bäume in Chemnitz auf städtischen Flächen gefällt werden (krank wegen der Trockenperioden der letzten Jahre) und nur 150 (also nur 50%) neu gepflanzt werden. Es ist also sehr wohl bekannt, dass es ein zunehmendes Trockenheitsproblem für die Bäume in Chemnitz gibt und bei Neupflanzungen darauf zu achten ist, dass die neu gepflanzten Bäume besser mit diesen Trockenperioden zurecht kommen. Leider kommen gerade Apfelbäume nicht gut mit Trockenheit zurecht. Dazu sprechen beide Projekte (wie der Chat zeigt) bisher eine gegensätzliche Sprache! Wenn der Chat-Beitrag ernst gemeint ist, wären eigentlich die Apfelbäume ganz raus. Zumindest aber sollten die Standorte der Apfelbäume und die genauen Sorten (und Unterlagen) für das Projekt sehr genau (von wirklichen Fachleuten) gewählt werden und vor allem auch andere trockenheitsresistentere „Streufruchtbäume“ in das Projekt einbezogen werden (z.B. „Tiefwurzler“ wie Walnuss, Esskastanie oder Birne).

Zudem sind Apfelbäume nicht so langlebig, wie andere Obstbäume. Wenn man hohle Stämme sucht (kranke Bäume), wird man bei älteren Apfelbäumen eher fündig, als bei anderen Obstarten. Andere Flachwurzler wie Pflaumen/Quitten oder Kirschen bieten nicht so oft hohle Stämme, wie Apfelbäume.

Zahlreiche „Nachhaltigkeits-Gründe“ sprechen eindeutig für eine Anpassung des jetzigen „WE PARAMALUS!“ Konzeptes zu einem „WE PARAPOM!“ Projekt und die Zusammenarbeit mit wirklichen Experten. Es darf nicht nur die Kunst im Fokus stehen. Es geht um konkretes, tatsächliches „Leben“.

Offensichtlicher Widerspruch von „WE PARAMALUS!“ zu den Projektzielen von „WE PARAPOM!“

Selbst die Ziele des Kunstprojektes „WE PARAPOM!“ (Vielfalt, Integration, gegen Ausgrenzung, ökologisch und sozial engagierte Gesellschaft, Hinterfragung von Normen, Migration, Hinterfragung der Repräsentation von Macht, der aktuellen Situation von Demokratie, Engagement der Zivilgesellschaft für aktive demokratische Teilhabe) lassen sich mit „WE PARAPOM!“ und mit weniger „Diktatur“ seitens des Projektteams deutlich besser symbolisieren, als mit mit dem derzeitigen „WE PARAMALUS!“ Ansatz und der weiteren Unterdrückung kritischer Stimmen.
Zu „Paraden“ steht auf der „WE PARAPOM!“ Projektwebsite (Stand 31.10.2021) als Negativbeispiel zu sozialistischen Zeiten: „Hier erfährt das Feiern oft den Beigeschmack von erzwungenem Zujubeln“ – Leider stellt sich dieses Gefühl bisher auch bei der „WE PARAMALUS!“ Apfelbaumparade ein, so wie das Projekt bisher „diktiert“ wird.

In Zeiten, in denen „Fake News“ und Vertrauensverlust in Behörden, Politik und staatliche Stellen (sowie auch unkritische Medien) die „aktuelle Situation der Demokratie“ prägen, sind die unehrlichen Bilder und Texte des „WE PARAPOM!“ Projektes besonders ärgerlich (siehe dazu „C2025 Apfelbaumprojekt – Kritik“ und „C2025: Apfelbaumparade wird Streufruchtparade„). Es wäre ein gutes Konzept, wenn sich Chemnitz offensiv „Ehrlichkeit“ auf die „Kulturhauptstadt – Fahne“ schreibt. Das wäre eine echte „Hinterfragung von Normen„, denn diese Unehrlichkeit, wie bisher auch in der C2025 Kulturhauptstadt Kommunikation, ist eines der Grundübel unserer derzeit angespannten Demokratie -Situation.  Bisher lässt sich dieses Grundübel auch sehr gut an „WE PARAPOM!“  zeigen. Ich vermute aber, dass dieses „selbst Negativbeispiel sein“ nicht bewusst zum „Kunstprojekt“ gehört … aber vielleicht doch ;-).

Seit Anfang an (noch in der Kulturhauptstadt Bewerbungsphase und kontinuierlich danach) wollte die Initiative „lebenswertes Chemnitz“ gemeinsam mit dem Apfelbaumparade-Team das Projekt nachhaltig entwickeln. Mal sehen, wie lange das weiterhin unmöglich bleibt.


Dieser Beitrag enthält auch persönliche Meinungen. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Eigenes (Mit)Denken sollte bei jedem Thema und Informationskanal die wichtigste Grundlage sein.  Der Beitrag „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“ (übrigens aus dem Wissensmanagement MOOC) kann bei der zukünftigen eigenen Meinungsbildung positiv unterstützen.

C2025: Apfelbaumparade wird Streufruchtparade

Vorschlag:

Weiterentwicklung der „Apfelbaumparade“ in eine „Streufruchtparade“

Leider ist die Kritik von Anfang Februar 2021 am Konzept der Apfelbaumparade (Leuchtturmprojekt der Chemnitzer Kulturhauptstadtbewerbung) bis heute (25.9.2021) seitens des C2025-Projektteams ignoriert worden, wie der heutige Stand der „WE PARAPOM!“ Website deutlich zeigt. Offiziell heißt das Projekt (Stand heute) inzwischen „WE PARAPOM! – Kollektive europäische Parade der Apfelbäume“, nachdem ich noch am 13.9. mitgeteilt bekommen habe, dass das Projekt unbedingt immer „WE PARAPOM!europäische Parade der Apfelbäume“ zu nennen ist.

Laut offizieller Projektplanung des C2025-Teams sollen ab November die ersten Apfelbäume (trotz der bekannten Kritikpunkte) über folgende Start-Aktion gepflanzt werden:

„Im November wird die Anpflanzung der Apfelbäume mit urbanen Interventionen der Künstlerin Folke Köbberling als öffentlicher Auftakt für WE PARAPOM! und die Kulturhauptstadt starten. In einer kollektiven Aktion wird an verschiedenen Orten entlang der Route der Parade in minutiöser und mühsamer Handarbeit versiegelter Boden aufgebrochen, und damit der Boden für die ersten Pflanzungen der Apfelbäume – und für das gesamte Projekt – bereitet.“ (Quelle: https://weparapom.eu/Prozess, 25.9.2021)

Da diese Absicht (in Bezug auf zukünftige „Apfelbaumpflanzung“) komplett in die falsche Richtung geht und das C2025-Team damit „von oben herab“ negative Tatsachen schafft, veröffentlichen wir hier den  konstruktiven Vorschlag  zur „Streufruchtparade“ zur Weiterentwicklung der guten Grundidee der „Apfelbaumparade“ in ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt. Die durch die „urbane Intervention“ entsiegelten Flächen, können auch anderweitig nachhaltiger genutzt werden.

Die nachhaltige Streufruchtparade

Der grundlegende Gedanke ist nicht neu, sondern wurde bereits 2014 (noch vor dem Modewort „essbare Stadt“) als Konzept für die Gestaltung des Außengeländes des Chemnitzer Schulmodells (CSM) erstellt. Hier ist das damalige Konzept: Vorschlag: „Nutzbäume+Nutzpflanzen“ im CSM Außengelände (als PDF zum Download) vom 6.3.2014.
Zuerst die grundlegenden Eckpfeiler der Streufruchtparade, die sich vom derzeitigen Projekt der Apfelbaumparade grundlegend unterscheiden:

  1. Es werden 4.000 (oder mehr) „Streufruchtgehölze“ gepflanzt. Dazu gehören nicht nur die typischen Obstbäume, sondern auch andere „Streufruchtbäume“, wie Walnüsse oder Esskastanien (Maronen). Dazu gehören aber auch entsprechenden Sträucher- und Kletterpflanzen die essbare Samen und Beeren ausbilden, also über Aronia, Felsenbirne, Holunder, Bayern-Kiwi, Sanddorn, Haselnuss  etc. bis hin zum typischen Beerenobst.
  2. Alle Pflanzen werden auf für sie geeignete Stadorte gepflanzt, so dass sie sich langfristig und langlebig an dem Standort entwickeln können und damit einen Vorbildcharakter zu einer sinnvollen Nachahmung (Nachmachen z.B. auf eigfenen Grundstücken) ergeben.
  3. Alle Pflanzen werden auf geeignete Standorte auch für die menschlichen Bewohner gepflanzt, d.h. die Streufrüchte fallen auch im ausgewachsenen Zustand der Pflanzen nicht auf feste/versiegelte/gepflasterte Wege und Straßen (Reduzierung der Ausrutsch- und Sturzgefahr, Verkehrssicherungspflicht). Bei Abstürzen (Unfällen beim Pflücken) von Kindern und Jugendlichen fallen diese zumindest auf Grünflächen, also weicheren Untergrund (Verletzungsrisiko reduzieren).
  4. Die Pflanzen (Sorten und ggf. die „Unterlage“) selbst, müssen zum Einsatzziel („Streufrucht“ und nicht „Plantagen-Anbau“) passen. Es müssen also Sorten sein, die allein mit den Umweltbedingungen ohne chemische und aufwändige Bodenbearbeitungen  langlebig zurecht kommen.
  5. Es gibt ein FUNKTIONIERENDES Betreuungs- und Pflegekonzept für die jeweilige Entwicklungszeit, die wichtig ist, dass die konkrete Planze danach gesund und langjährig selbständig weiter gedeiht. (Für die Kronenentwicklung bei Streuobstbäumen sind dies beispielsweise mindestens die ersten 6-10 Jahre! je nach Art und Sorte).
  6. Es gibt für alle Pflanzen der Aktion ein nachhaltiges Verwertungskonzept der entstehenden Lebensmittel (die Samen und Früchte dieser Pflanzen). Lebensmittel an Schafe oder Ziegen verfüttern kann dabei nicht die Option der Wahl sein.
  7. Es gibt für alle bildungsrelevanten Themen der Streufruchtparade (fachübergreifend) ein nachhaltiges, skalierbares Bildungskonzept. Wichtiger Teil dieses Bildungskonzeptes ist eine vollständige, digitale, online Bildungsmöglichkeit mit freien Bildungsmaterialien (OER), die nicht nur durch die Besucherinnen der Pflanzungen dieses Projektes selbständig und intuitiv genutzt werden kann, sondern auch für ähnliche Bildungsaktionen in ganz Europa frei nachnutzbar ist (mindestens in den Sprachen Deutsch und Englisch).
  8. Es ist ein echtes Mitmachprojekt für Chemnitzer Bürger:innen, mit dem sich die Menschen der Stadt wirklich identifizieren und bei dem viele Chemnitzer:innen und Gäste des Kulturhauptstadt-Jahres aller Altersgruppen viel lernen und sich vor allem auch gegenseitig austauschen und kennenlernen. Im Projekt können sich die Mitmachenden zu einem gewissen Anteil selbst verwirklichen und eigene Ideen umsetzen. Die Menschen haben bei der „Streufrucht-Parade“ das Gefühl, „Es ist mein/unser Projekt“ und kein „von oben verordnetes Projekt“. Das Wissen, die eigenen Ideen richtig zu „pflanzen“ ist dabei Teil des ganzheitlichen Bildungskonzepts.
  9. Es gibt keine Limitierung auf 4.000 Planzen und auch nicht auf 2 Planzen pro Sorte. Es gibt keine Limitierung auf eine „von oben verordnete“ feste Route. Es gibt „flächendeckend“ Mitmacher und flächendeckend „Streufrucht“-Pflanzungen. Zwischen den entstehenden zahlreichen (dokumentierten) „Insellösungen“ können in 2025 Besuchern unterschiedliche Routen vorgeschlagen werden. Es gibt nicht nur eine „von oben verordnete Route“ durch die Streufruchtparade.
  10. Die „Streufruchtparade“ berücksichtigt die Herausforderungen des Klimawandels in der Stadt (steigende Temperaturen, häufigere Trockenzeiten, mehr Wetter-Extremereignisse) durch Pflanzung der jeweils geeigneten Arten und Sorten an jeweils geeigneten Stellen.

Warum die „Streufruchtparade“ nachhaltig ist und die „Apfelbaumparade“ nicht:

Teilweise wurde auf dieses Thema bereits ausführlicher in der Kritik von Anfang Februar 2021 am Konzept der Apfelbaumparade eingegangen. Die dort ausgeführten Punkte werden hier jetzt nicht mehr so ausführlich dargestellt, sondern vor allem die dort nur angedeuteten Punkte.

Apfelbäume sind Flachwurzler

Apfelbäume sind wie Kirschen und Pflaumen Flachwurzler. Die Wurzeln breiten sich also flach unter der Oberfläche aus. Bei Trockenheit sind Apfelbäume deshalb deutlich stärker gefährdet als andere „Streufruchtpflanzen“.  In der generell höheren Temperatur im Stadtgebiet und mit vielen Drainagen im Boden sind die Standorte im bebauten Stadtgebiet schon generell trockener, auch ohne den Klimawandel.  Der Apfelbaum ist also nicht optimal für enger bebaute Bereiche der Stadt geeignet, schon gar nicht mit Blick auf den Klimawandel. Es muss also auf möglichst dauerhaft feuchtere Standorte geachtet werden.

Außerdem wird für Flachwurzler ein relativ großer freier Bodenbereich um den Stamm benötigt, etwa so groß wie die Krone des Baumes, wenn er ungeschnitten wäre, was bei Hochstamm-Apfelbäumen pro Baum eine Kreisfläche mit einem Durchmesser von ca. 12m sein sollte.

Beide Anforderungen schränken die geeigneten nachhaltigen Pflanzorte für Apfelbäume in enger bebauten Bereichen in Chemnitz deutlich ein.

Eine dauerhafte zusätzliche Bewässerung der Bäume, über 50-100 Jahre ist nicht nur unrealistisch, sondern auch nicht umwelt- und klimafreundlich, schon gar nicht, wenn auch noch Trinkwasser dafür genutzt wird. Ungeeignete Standorte sind außerdem ein „schlechtes Vorbild“ für Nachmacher, sind also auch für das Bildungskonzept falsch.

Birnen , Walnüsse und Esskastanien sind beispielsweise Tiefwurzler, die viel besser mit Trockenperioden und kleinen Baumscheiben zurecht kommen. Sie sind also für das Projekt biologisch deutliche besser geeignet, als Apfelbäume.

Deshalb sollte „WE PARAPOM!“  von einer reinen „Apfelbaumparade“ zu einer „Streufruchtparade“  weiterentwickelt werden.

2.000 Apfelsorten in Chemnitz sind „Gigantismus“ und das Gegenteil von umweltfreundlich und natürlich

Sicherlich ist es möglich 2.000 Apfelsorten zu finden, aber das ist dann zu 90% ein „Exotenpark“ von Sorten, die nicht für das Chemnitzer Klima und als „Streuapfel-Sorten“ geeignet sind. Einen gesamten „Apfelsorten-Genpool“ (ich erinnere nur an „Flachwurzler“) im Stadtgebiet von Chemnitz zu pflanzen und zu hoffen, dass das nachhaltig funktioniert, ist eine Schnapsidee und von Anfang an zum scheitern verurteilt. Das ist einfach nur Geld- und Zeitverschwendung (inkl. Enttäuschung der Mitmacherinnen und Demotivation für andere Mitmachprojekte).

Auch für die Umweltbildung bringen 2.000 Apfelsorten eher weniger als 200 geeignete Sorten.

Selbst wenn auch exotische (ungeeignete Sorten) in die Pflanzung mit einbezogen werden, sollten maximal 400 Apfelsorten mehr als als ausreichend (eher zuviel) sein! Dann blieben immer noch 1600 andere Streufruchtsorten für die biologische Vielfalt des Projektes übrig, wenn man unbedingt bei den 2.000 Sorten bleiben möchte.

Nachhaltiger und sinnvoller ist es, etwas weniger Streufruchtsorten auszuwählen, dafür aber die, die einigermaßen natürlich im Chemnitzer Stadtgebiet gedeihen können. 300-500 Sorten insgesamt über alle Streufruchtpflanzen und diese dafür mehrfach an unterschiedlichen Pflanzstellen im Stadtgebiet, ist wahrscheinlich eine deutlich sinnvollere Ausrichtung.

Verwertungskonzept versus Lebensmittelverschwendung

4.000 vor allem hochstämmige „Fallapfelbäume“ produzieren pro Jahr mindestens 400 Tonnen ( 400.000 kg) Äpfel, eher mehr (meine Halbstämme hatten in diesem Jahr teilweise mehr als 250kg/Baum). Da aus ökologischen Gründen richtigerweise zahlreiche Aktionen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gestartet werden, ist es ein völlig falsches Signal, wenn hier Unmengen an Lebensmitteln (Bio-Äpfel) entweder verfaulen oder an Schafe und Ziegen verfüttert werden.  Man stelle sich vor, die Chemnitzer Supermärkte würden ihre Salat-, Gemüse- und Obstreste an Ziegen und Schafe verfüttern oder in solchen Massen verfaulen lassen oder wegwerfen (statt diese z.B. an die „Tafeln“ zu spenden).
Wenn ein Verwertungskonzept niederschwellig, einfach und bedarfsorientiert ist, wird es auch nachhaltig tragfähig und kann sogar sozial gerecht sein.
Wenn z.B. eine „Chemnitzer Apfelwein“-Marke aufgebaut wird, die wie die Apfelwein in Frankfurt (am Main) langfristig über 2025 hinaus tragfähig ist und in allen Gastrogewerben und Märkten in Chemnitz angeboten und von den Chemnitzerinnen und Besuchern angenommen wird, wäre das eine nachhaltige Option sogar für mehr als 400 Tonnen, also auch für Falläpfel aus den Kleingartenanlagen in Chemnitz. Dieses Konzept ist aber durch zu viele „wenns“ riskant.
Die Option, z.B. besonders wertvollen mit Handpressen hergestellten „Manufakturapfelsaft“ zu mehreren Euro pro Flasche anzubieten, ist extrem unsozial und ein weiterer Schritt hin auf dem „Öko -Weg“, Kindern aus Geringverdiener-Familien zu zeigen wo sie überall ausgeschlossen werden.

Ein positives Beispiel für ein mögliches (von uns favorisiertes) sinnvolles Verwertungskonzept ist seit Jahren auf der Hundewiese im Stadtpark (neben Rosengarten) zu erleben. Die Esskastanien der beiden Bäume werden kontinuierlich, spätestens ein paar Stunden nach dem Abfall, aufgelesen, durch Chemnitzer:innen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten (also sozial gerecht). Wer es versuchen möchte: Es ist schwer, eine Mahlzeit damit zusammen zu bekommen, weil zu viele Chemnitzer mit sammeln – ganz ohne öffentliches Marketing im Amtsblatt ;-).

Mit einer Vielfalt an Streufruchtpflanzen mit unterschiedlichen Reifezeiten, kann über das Konzept, dass jede Vorbeikommende essen kann, was sie möchte, eine sozial gerechte niederschwellige Verwertung dieser Lebensmittel erreicht werden. Kombiniert mit Bildungsangeboten in Schulen und Kindergärten, sowie über kleine Gemeinschaftsaktionen in den Wohngebieten (z.B. „Pflaumenkuchen backen“ oder „gebackenen Maronen“ zum Herbstfest), können so die Streufruchterträge niederschwellig verwertet werden, wenn die jeweiligen Einzelmengen zur gleichen Reifezeit überschaubar bleiben. Die Fruchtmenge bei 4.000 Apfelbäumen ist für so ein Konzept zu hoch. Bei 4.000+ Streufruchtpflanzen ist dieses Verwertungskonzept über die Vielfalt und die gestaffelte Reifezeit der unterschiedlichen Streufrüchte möglich.

Für Insekten, Vögel und Kleinsäuger (z.B. Igel) bleibt dabei trotzdem noch ausreichend übrig.

Gestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum

Da in der „Streufrucht-Parade“ auch Hecken-, Strauch- und Kletterpflanzen enthalten sind, lassen sich damit ganz andere und vielfältigere Gestaltungskonzepte, z.B. für Stadtteilparks, Schulgelände, Kindergärten, genossenschaftliche Wohngebiete und öffentliche Grünflächen umsetzen, als nur mit Apfelbäumen. Die Hecken-, Kletterpflanzen- und Strauch-Optionen bieten Vögeln, Insekten und Kleinsäugern auch zusätzliche Ernährungs-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Streufrucht-Bildung versus Apfel-Bildung

Selbst mit dem tollsten Bildungskonzept analog (also reales Leben) und digital, ist sofort verständlich, dass allein die Artenvielfalt und biologische Vielfalt des Streufrucht-Ansatzes viel umfangreichere und wertvollere Bildungsmöglichkeiten bietet, als die Monokultur-Einengung nur auf Apfelbäume.

Bildungskonzept der Streufrucht-Parade

Ein sinnvolles Bildungskonzept hat mehrere Dimensionen, z.B. Mitmacherinnen zur Pflanzung/Pflege oder Zielgruppen mit Themen am entstehenden Ergebnis (z.B. Umweltbildung für Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene). Zwei andere Dimensionen sind: analoge Veranstaltungen „vor Ort“ mit „Lehrer/Ausbilder/Guru etc.“ (egal ob „Sortenbestimmung“ oder „Kochen“) und digitale freie Bildungsinhalte (OER), die sich zukünftig über QR-Code oder RFID/NFC – Chip direkt mit dem Smartphone von jedem „Walnuss-Baum“ in Europa abrufen lassen (inkl. der „Rezepte mit Walnüssen“).  Der Fachbegriff hierfür ist digitales „objektbasiertes Lernen“. Ein praktischen Beispiel aus Chemnitz für diese Art des digitalen Lernens mit freien Bildungsinhalten ist der „Lernpfad“ zur „Mauerbienen-Aktion“ (ein Wildbbienen-Projekt), der vom Chemnitzer „aracube e.V.“ erstellt wurde. Über den QR-Code (oder Link) lässt sich diese „digitale Bildung“ mit jedem ähnlichen Nistblock verbinden, auch europa- und weltweit.
Die Sinnhaftigkeit dieses „Lernpfad“-Ansatzes wird auch bei der Projekt-Zielgruppe „Mitmacherinnen zur Pflanzung/Pflege“(„Paten“ in der „WE PARAPOM!“ Sprachwelt) deutlich:

Man kann einen Kurs vor Ort an einem Apfelbaum mit einer Expertin anbieten, in dem sie praktisch zeigt, wie ein Streuapfelbaum nach ihrer Ansicht richtig zu schneiden ist.  Die ca. 20 aufmerksamen Teilnehmerinnen, für die Tag/Zeit und Ort des Kurses gepasst haben, machen das Gelernte an ihrem Patenbaum nach (idealerweise ein paar Stunden später). Falls das Gelernte für die eigene Sorte auch passt, ist dieser Baum in dem Jahr richtig geschnitten. Dann merkt sich die Teilnehmerin das Wissen für ein Jahr (evtl. ist auch ab dem 3. oder 4.Jahr anderes beim Schnitt zu beachten) und wendet es dann, aus ihrer Erinnerung, wieder fehlerarm an ihrem (einzigen) Patenbaum an.
Was ist, wenn diese „Angelernte“ nun nach zwei Jahren umzieht? Ist es dann nicht sinnvoll, wenn über einen QR-Code (oder RFID/NFC-Tag) am Baum oder Busch der Streufrucht-Parade direkt die Pflege- und Schnitthinweise (z.B. Lernvideo zum Schnitt) abgerufen werden können, inkl. z.B. was an diesem Baum, dieser Sorte in diesem Standjahr als Pflegmaßnahme anstehen könnte? Theoretisch könnte darüber jede Chemnitzerin ersatzweise die Pflege durchführen, wenn die ursprüngliche Patin verhindert ist.
Dieses Wissen könnte dann später auch jeder Besucher der Streufruchtpflanze übernehmen (z.B. den Link oder QR-Code auf seinem Smartphone speichern) und als Wissen mitnehmen, um es dann für die gleiche Art und Sorte in seinem eigenen Garten oder Grundstück (irgendwo in Europa 😉 zu nutzen.
So lässt sich dieses Wissen z.B. in alle Grundstücke und Kleingärten Europas bringen, an Tausende von Personen, zu der Zeit (und wiederholt), zu der sie das Wissen wirklich benötigen.
Außerdem gibt es auch in der Kunst des Baum- und Heckenschnitts mehrere unterschiedliche „Schulen“, die an der gleichen Pflanze unterschiedlich schneiden. In der Präsenzschulung lernt man nur EINE  Methode und die eine Meinung der jeweiligen Schulungsleiterin. Digital lassen sich verschiedene (geprüfte und anerkannte) Varianten anbieten. Statt „Einengung auf eine Sicht“ wird hier die „Vielfalt für Mitdenkende“ unterstützt.
Ein solcher digitaler Bildungsansatz zu freier Bildung fehlt bis heute bei „WE PARAPOM!“ komplett. Er ist jedoch integraler Bestandteil der „Streufrucht-Parade“.

Lebensrisiko & Haftungsrisiko berücksichtigen

Apfelbäume und auch die Streufruchtpflanzen laden natürlich dazu ein, die Früchte zu pflücken und dazu auf die Bäume zu klettern. Früchte auf Wegen, nicht nur Bananenschalen, sind ein großes Risiko für Stürze und Ausrutschen. Wie bereits in der Kritik von Anfang Februar 2021 am Konzept der Apfelbaumparade ausführlicher dargestellt, sind Stürze (beim pflücken der Früchte) von Kindern und Jugendlichen, sowie ungeschickten oder unvorsichtigen Erwachsenen aus 5-7m Höhe zu erwarten, wenn die Bäume nachhaltig (mehr als 30 Jahre) gewachsen sind. Falls die Streufrüchte auf gepflasterte Wege und Straßen fallen, sind ernste Verletzungen insbesondere bei Älteren, z.B. durch ausrutschen zu erwarten.

Zum einen sollte vor dem Projekt geklärt sein, dass Chemnitz zu diesem „Lebensrisiko“ steht und es bewusst eingeht (also die Bäume nach solchen Vorfällen nach 2025 nicht gefällt werden). Zum anderen sollte das Risiko für ernthafte Verletzungen und Todesfälle reduziert werden. Wenn eine „Fallfrucht“ auf „gepflasterter Fläche“ landet, könnte an der Stelle auch das herunterfallende Schulkind landen oder die Rentnerin darauf ausgerutschen.
 Deshalb werden bei der Streufrucht-Parade alle Pflanzen so gepflanzt, dass auch im ausgewachsenen Zustand keine Früchte auf gepflasterte/versiegelte Wege und Straßen fallen.

Abstürzende Personen fallen so weich(er) und es gibt kein Ausrutschen auf den Früchten auf Wegen und Straßen. Somit wird das Verletzungsrisiko auf ein vernünftiges „Lebensrisiko“ reduziert, was nachhaltig den Bestand  der Streufruchtpflanzen des Projektes sichert.

Ob Streufruchtpflanzen mit einem hohen „Wespenrisiko“ (wie die Apfelbäume nach „WE-PARAPOM!“) in der Nähen von Spielplätzen stehen sollten, sollte ebenfalls vor Start der Pflanzungen entschieden werden. Wir meinen ja. Kinder sollten frühzeitig das Wespenrisiko beim Essen von Obst, insbesondere Fallobst, berücksichtigen lernen. Falls dies seitens der Stadt aber nicht gewünscht ist, sollten die Pflanzungen (egal ob Apfelbäume oder andere für Wespen attraktive Früchte) entsprechend weit entfernt von Spiel- und Sportplätzen stattfinden. Das Gegenteil von nachhaltig ist, wenn Bäume des Projektes nach 2025 aus diesem Grund wieder gefällt werden (nachdem vielleicht ein Kind an einem Stich im Hals gestorben ist)! Dieses Risiko ist bereits jetzt vollständig bekannt und kann entschieden/berücksichtigt werden BEVOR die Pflanzung erfolgt.

Eigendarstellung von „WE-PARAPOM!“

Zitatquelle: https://weparapom.eu/Kunstprojekte-Urbane-Interventionen, 28.9.2021
Zitatquelle: https://weparapom.eu/Kunstprojekte-Urbane-Interventionen, 28.9.2021

Wie unsinnig die Entsiegelung von Pflanzlöchern zum Start der „WE PARAPOM!“ Aktion durch die Künstlerin  Folke Köbberling (oben im Artikel verlinkt) ist, sollte nach lesen dieses „Streufrucht-Parade“ Vorschlags mit den bisherigen Informationen offensichtlich sein. „Entsiegelung“ ist ein wichtiges Umwelt-Thema, aber nicht für Pflanzstellen von Apfelbäumen im Stadtgebiet und noch dazu mit versiegelten Flächen um den Baum herum, wie das konkrete Projektbild zur „urbanen Intervention“ (Stand heute: 28.9.2021) deutlich symbolisiert. Auch im „C2025 Apfelbaumprojekt – Kritik“ Beitrag, wurde schon kritisiert, dass manipulative nicht authentische Bilder für das Projekt verwendet werden. Auch hier wird ein manipulatives Bild verwendet, das „suggeriert“, die ausgebrochenen Stücke der Entsiegelung wurden mit den Werkzeugen (Meisel und Hammer) auf dem Bild erreicht, statt mit einem „Presslufthammer“ (oder noch schwererem industriellem Gerät). Wenn man sich über Fake-News aufregt, sollte man zumindest bei so einem Kulturhauptstadt Projekt „ehrlich“ bleiben und nicht manipulieren!

Bisher stimmt die Eigendarstellung von „WE PARAPOM!“ nicht mit der Realität überein. Eigentlich möchte „WE PARAPOM!“ folgendem Entgegentreten:

Paraden haben eine lange Tradition als Ausdruck von Macht und dem zur Schau stellen von Regierungsinteressen und Ideologien. Hier erfährt das Feiern oft den Beigeschmack von erzwungenem Zujubeln, das einen auch erschauern lassen kann.Paraden haben eine lange Tradition als Ausdruck von Macht und dem zur Schau stellen von Regierungsinteressen und Ideologien. Hier erfährt das Feiern oft den Beigeschmack von erzwungenem Zujubeln, das einen auch erschauern lassen kann.“ (Quelle: https://weparapom.eu/Projekt, Stand 28.9.2021)

durch:

„WE PARAPOM!“ gibt es nur durch eine Gemeinschaft der Vielen!“ (Quelle: https://weparapom.eu/Projekt, Stand 28.9.2021)

und:

„Deutsche und internationale Künstler:innen werden ab Herbst 2021 künstlerische Interventionen realisieren, die aktuelle gesellschaftliche Themen wie Migration, Arbeitsbedingungen, Ökologie, Bodenversiegelung, Hinterfragung der Repräsentation von Macht ebenso aufgreifen wie Fragen zur aktuellen Situation von Demokratie und neues Engagement der Zivilgesellschaft für aktive demokratische Teilhabe anregen.“ (Quelle: https://weparapom.eu/Projekt, Stand 28.9.2021)

Die Realität bis heute prägt allerdings das „alte Bild“ der Demonstration der Macht :

Der Start von „WE PARAPOM!“ bis heute war „elitär“ und „autoritär“. Es ist bisher kein Mitmachprojekt der Chemnitzerinnen auf Augenhöhe und es ist bisher auch nicht als wirkliches Mitmachprojekt (was diesen Namen verdient) geplant und organisiert. Zwar wurde am Samstag (25.9.2021) von einem „WE PARAPOM!“ Teammitglied behauptet, die meisten Chemnitzer:innen wollen das Projekt nur mit Apfelbäumen. Die Wahrheit ist jedoch: Der „innere Kreis“ des Kulturhauptstadt-Teams hat verhindert, das Interessierte und Experten außerhalb des eigenen Beziehungs-Dunstkreises an den Kulturhauptstadt-Projekten mitwirken durften (ich habe es seit 2019 selbst intensiv vergeblich versucht). So haben auch nur eine Handvoll elitärer Personen festgelegt, wie aus der Apfelbaumparade „WE PARAPOM!“ wurde und auch, dass es NUR Apfelbäume sein dürfen. Genauso autoritär hat diese Elite festgelegt, was das „Kollektiv“ in „WE PARAPOM!“ tun soll und darf. Das „Kollektiv“ wird nach bisheriger Planung nur gebraucht, um die Festlegungen dieser „Elite“ umzusetzen. Deutlich wird dies beispielsweise aus dem „Patensuche-Flyer“ auf der „WE PARAPOM!“ Website, aber auch an der Präsentation des „WE PARAPOM!“ Projektes am 25.9.2021. Im Rahmen der Planungen für den Bürgerpark-Gablenz, wurde die „WE PARAPOM!“-Sicht auf die Mitwirkung des „Kollektivs“ deutlich. Die Bürgerinnen dürfen noch selbst entscheiden, ob im Bürgerpark nun ca. 20, 30 o. 50 Apfelbäume gepflanz werden sollen (die drei vorgegebenen Varianten zum Bürgerinnenfeedback). Mehr Einflussnahme durch die Bürger ist nicht gewünscht.
Laut aktuellem „WE PARAPOM!“ -Fyer bietet die kollektive Gestaltung durch die Mitmacherinnen (Paten) folgende Möglichkeiten: Wie viele Apfelbäume wollen sie pflanzen, wer stellt sein Grundstück für  Apfelbäume zur Verfügung, wie viele Apfelbäume möchte jeder Mitmacher bezahlen oder wie viele Apfelbäume möchte jede Mitmacherin pflegen.

Fazit: Es werden lediglich billige Arbeitskräfte und Gelder gesucht, das Projekt der Elite umzusetzen.  Das ist zwar in „schönen modernen Floskeln“ auf der „WE PARAPOM!“ Website umschrieben, aber bisher des Pudels-Kern (der konkrete Inhalt). Mitdenken, Mitreden, Mitgestalten, Mitwirken usw. , alles was unter „Augenhöhe“ in wirklichen „Mitmachprojekten“ selbstverständlich ist, wird bis heute in „WE PARAPOM“ abgeblockt und verhindert.

„WE PARAPOM!“ als „Streufrucht-PARADE“

Kein Einziges der künstlerischen Ziele in „WE PARAPOM!“ muss geändert werden, wenn das Projekt im Sinne der „Streufrucht-Parade“ nachhaltig wird. Es ist Zeit für die Zusammenarbeit von allen, die „WE PARAPOM!“ als ein nachhaltiges Kunstprojekt erleben möchten, bei dem die Chemnitzerinnen wirklich mitmachen können und in dem sie nicht nur billige Arbeitskräfte für ein Prestige-Projekt einer autoritären „Elite“ sind.

Wir suchen Unterstützer und Mitmacher:innen für das Konzept der „Streufrucht-Parade“ am liebsten als Teil von „WE PARAPOM!“.
Wenn es sich weiterhin als unmöglich herausstellt, einen nachhaltigen positiven Einfluss auf das „WE PARAPOM!“-Projekt zu nehmen, könnte die „Streufrucht-Parade“ auch ein eigenständiges C2025-„Mitmach-Kunstprojekt“ werden. Dann soll es über seine Nachhaltigkeit auch „künstlerisch“ widerspiegeln, welche Chancen (und Gelder) durch „Verordnung von oben“  durch eine „autoritäre Elite“ vertan werden und welches positive Potential „Vielfalt, Eigeninitiative und Gestaltungsfreiheit“ durch viele Mitmachende auf Augenhöhe hat. „WE PARAPOM!“ wird so oder so enorme finanzielle Mittel verschlingen. Die „Streufrucht -Parade“ müsste dann sicherlich komplett ehrenamtlich bleiben.  Es würde ein Wettbewerb (kein Kampf!) David gegen Goliath. Aber noch hoffen wir auf ein nachhaltiges „WE PARAPOM!“ ohne Apelbaum-Monokultur, sondern mit nachhaltiger Vielfalt.

 


Dieser Vorschlag enthält auch persönliche Meinungen. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Eigenes (Mit)Denken sollte bei jedem Thema und Informationskanal die wichtigste Grundlage sein.  Der Beitrag „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“ (übrigens aus dem Wissensmanagement MOOC) kann bei der zukünftigen eigenen Meinungsbildung positiv unterstützen.

Wildbienen-2025

Wildbienen – Mitmach -Aktion und Bildungsprojekt

(Gliederung entsprechend „Checkliste für Mikroprojekte #chemnitz2025“)

Projektzusammenfassung

Die „Mauerbienen-Aktion“ (Mitmach-Aktion) von „lebenswertes Chemnitz“ mit dem integrierten Bildungskonzept zum „objektbasierten Lernen“ des Chemnitzer „aracube e.V.“ sind die vorhandene Grundlage dieses Kulturhauptstadt-Projektvorschlags. Viele Chemnitzer machen bei dieser Aktion mit, indem sie in ihrem Garten und/oder auf ihrem besonnten Balkon (ca. bis zur 2.Etage) einen „Mauerbienen-Nistblock“ anbringen welcher in einer regionalen „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ gefertigt wurde. Dies unterstützt nicht nur die rote bzw. rostrote Mauerbiene (Insekt des Jahres 2019) oder andere Wildbienen, die in solchen „Insektenhotels“ nisten oder verbessert die Bestäubung in den Gartenanlagen, sondern über das damit verbundene Bildungsprojekt wird das Wissen vermittelt, ganzheitlich die Aspekte des Bienen- und Insektenschutzes zu verstehen und vor allem damit selbst nachhaltig handlungsfähig zu werden. Somit setzen sich viele Chemnitzerinnen durch dieses Projekt zukünftig ganzheitlich und sinnvoller für Bienen, Wildbienen und Insekten ein, durch geeignetes „Tun und Handeln“.

Ausführliche Projektbeschreibung

Mit der erfolgreichen Mauerbienen-Aktion“ in 2020 wurden die Grundlagen dieses „Wildbienen-2025“ Projektes gelegt. Am Donnerstag, den 8.April 2021 wurde die „Mauerbienen Aktion“ als Live-Session im Bienen und Imkerei MOOC (biMOOC) vorgestellt. Dies ist die Aufzeichnung unter dem Titel „Mauerbienen-Aktion: Ein Wildbienen-Projekt zum Lernen und Nachmachen“ (Dauer: 56:58 min):

Bei der Mauerbienen-Aktion handelt es sich nicht nur um ein „Wildbienen – Mitmach-Projekt“, sondern auch um ein Bildungsprojekt, zu Mauerbienen, Wildbienen und Blühflächen, nach dem Ansatz des „objektbasieren Lernens“ nach dem „flipped classroom“ Konzept. Wie die digitale Bildung zum Theorie-Teil möglich ist und dies mit der Praxis über den „Mauerbienen-Nistblock“ (reales Lernobjekt) verbunden werden kann, zeigt der durch den Chemnitzer „aracube e.V.“ erstellte Lernpfad zur „Mauerbienen-Aktion“. Beachtet werden sollte an diesem Beispiel der Pfad der „Wissensvermittlung“ vom konkreten „Mauerbienen-Nistblock“ über weitergefasste Wildbienen-Themen bis hin zu nachhaltigen Blühflächenkonzepten. Der „Mauerbienen-Nistblock“ ist quasi der Startpunkt hin zu einem fundierten praxisorientierten Wissen zum Bienen – und Insektenschutz.

Im „Wildbienen-2025“ Projekt geht es darum, diese „Mauerbienen-Aktion“ ab 2021 kontinuierlich weiterzuentwickeln und zahlreiche Mitmacher in der Chemnitzer Bevölkerung zu finden und damit das Wissen zu Wildbienen, zum Wildbienenschutz und  zu nachhaltigen Blühflächen zu verbreiten und die Chemnitzerinnen auf diesen Gebieten als kompetente Mitmacherinnen zu gewinnen.

Der „Mauerbienen-Nistblock“ ist ein ideales Lernobjekt, nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. In dieser Hinsicht ist er allen sonstigen „Insektenhotels“ weit überlegen (siehe Aufzeichnungsvideo der Live-Session ab ca. Ende April). Wenn in 20-30% der Kleingärten, Eigenheimgrundstücken und Schulgeländen in Chemnitz ein solcher Nistblock aufgestellt ist, bedeutet das nachfolgend auch eine große Breite von weiteren Wildbienenprojekten (z.B. für „Erdbrüter“, „Hummeln“, „nachhaltige Blühflächen“ usw.) . Die Chemnitzerinnen gestalten diesen Veränderungsprozess als Mitmacher selber. Die „Mauerbienen-Nistblöcke“ sind der Samen, der aufgehen und Früchte bilden soll.

Wen spricht das Projekt primär an?

Alle Kleingartenvereine (KGVs), Kleingärtnerinnen, Grundstücksbesitzer, Mieter mit „besonnten“ Balkonen bis zur 2.Etage, sowie Schulen, Kindergärten und Organisationen mit geeignetem Gelände (sonnige Aufstellorte) .

Welcher (gesellschaftliche) Mehrwert ergibt sich aus dem Projekt?

Verbreitung von Wissens zum nachhaltigen Bienen- und Insektenschutz. Viele kleine selbstorganisierte, wertvolle und nachhaltige Maßnahmen zum Insektenschutz werden flächendeckend in Chemnitz umgesetzt, nicht „von oben“ vorgeschrieben, sondern aus eigenem Wissen und Motivation getrieben, „gesät“ über die „Mauerbiene-Aktion“. Wenn viele Chemnitzerinnen mitmachen, schafft das auch eine Gemeinschaft, ein „Wissensaustauschsthema“ zum Fachsimpeln wenn man sich an einem Mauerbienen-Nistblock trifft. Außerdem wird über die lokale Herstellung der Nistblöcke in einer „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“ für sinnstiftende Arbeit/Beschäftigung dieser Mitmenschen gesorgt.

Die europäische Dimension

Das Projekt kann ein Vorbild zur Nachahmung in ganz Europa werden. Es ist ein nachahmenswertes Beispielprojekt für Insektenschutz. Die freien Bildungsinhalte (OER) des zugehörigen Bildungsprojektes können in anderen Gemeinden und Städten direkt genutzt werden (derzeit, wegen der deutschen Sprache, noch auf D-A-CH beschränkt).

Ist dem Projekt ein Finanzplan (Einnahmen /Ausgaben) beigelegt?

Nein

Ist die beantragte Unterstützung max. 2.500 €?

ja

Welche Kosten sollen mit der Unterstützung beglichen werden?

Notwendige zusätzliche Abstimmungs- und Koordinierungsaufwände.  Aufwände zum Ausbau der freien Bildungsinhalte. Aufwände zur Bekanntmachung des Projektes um größere Mitmacher-Gruppen zu erreichen. Aufwände zur Abstimmung und Organisation der Produktion und zur Verteilung/Ausgabe der Nistblöcke in Zusammenarbeit mit der „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“.  Aufwände zur Beantwortung zahlreicher Rückfragen der Mitmacher.

Wenn Honorare gezahlt werden: Für wen fallen diese in welcher Höhe an?

N.N.

Frühblüherflächen – Kulturhauptstadt 2025

Mitmach-Aktion: Frühblüherflächen für 2025

(Gliederung entsprechend „Checkliste für Mikroprojekte #chemnitz2025“)

Projektzusammenfassung

Die 2018 gestartete „Frühblüher – Mitmach – Aktion“ von „lebenswertes Chemnitz“ wird als Kulturhauptstadtprojekt intensiviert um bis zum Frühjahr 2025 schöne, nachhaltige, insektenfreundliche und besichtigungswerte Frühblüher-Flächen im öffenlichen Bereich durch Chemnitzer/innen zu schaffen.

Ausführliche Projektbeschreibung

Bisher schaffen Chemnitzer/innen im Rahmen der „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ vorwiegend als „Guerilla Aktion“ selbstorganisiert schöne Frühblüherflächen im „öffentlichen Bereich“ in Chemnitz, jährlich im Zeitraum von Oktober bis Dezember. Diese Flächen sind nicht nur schön, sondern auch besonders wertvolle Blühflächen für Wildbienen, Honigbienen und Insekten. Auf den richtigen Standorten angelegt, sind sie außerdem sehr nachhaltig und entwickeln sich über viele Jahre ohne besondere Pflege (ohne Zusatzkosten für die Stadt) selbst weiter. Detailliert ist dies bereits in der Projektbeschreibung der „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ enthalten. Sowohl die verwendetete Frühblüherpflanzen, Knollen, Samen etc. werden durch die Mitmacher selbst besorgt. Somit werden diese Flächen frei durch die Bürger selbst gestaltet. Das Video zur (bisherigen) „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ (Dauer: 8:14 min):

Im „Kulturhauptstadt-Projekt“ wird diese Aktion durch eine mehr koordinierte Komponente ergänzt. Zum einen werden mit den „Besitzern/Verantwortlichen“ der öffentlichen Flächen (Grünflächenamt, Wohnungsgenossenschaften, privaten Eigentümern) unter Einbeziehung der Bürgerplattformen und des INTERLACE Projektteams im Sinne eines „Blühflächen-Verbundkonzeptes“ über ganz Chemnitz (z.B. in allen Wohngebieten) Flächen abgestimmt und im Projektzeitraum (Okt.-Dez.) gekennzeichnet, die als „Frühblüher-Blühflächen“ geeignet sind und die zukünftig auch als  „Frühblüher-Blühflächen“ gepflegt werden (Abschluss der Pflege – z.B. Mähen – bis Ende Dezember des Vorjahres, Erste Pflege/Mad im Folgejahr erst ab Mitte Juni).  Auf diesen Flächen können Chemnitzerinnen Frühblüher mit der Sicherheit pflanzen, dass diese dort nicht „abgemäht“ oder entfernt werden, sondern sich dort über Jahre frei entwickeln können.

So entsteht über das Stadtgebiet von Chemnitz ein flächendeckendes „Frühblüher – Verbundsystem“, welches die Stadt nicht nur optisch schöner macht, sondern auch ganz besonders dem Insektenschutz nutzt. Die Chemnitzer gestalten dabei „IHRE“ Stadt selbst, die Verwaltung tritt nur als „Ermöglicherin“ auf.

Für das Kulturhauptstadt -Jahr werden einige besonders geeignete größere „Vorzeigeflächen“ ausgewählt, die sich dann in 2025 besonders für die Besichtigung von Besuchern/Gästen eignen. Auch diese Flächen werden allein und selbstorganisiert durch die Chemnitzerinnen gestaltet. Im Sinne des „Mauerbinenen und Wildbienen-Lernpfads“ werden für diese Vorzeigeflächen in 2024 „digitale Lernpfade“ für objektbasiertes digitales Lernen erstellt. Über Erdspieße mit QR-Codes werden diese „Vorzeigeflächen“ zu „Bildungsflächen“, da über den QR-Code mit Mobilgeräten durch die Besucher und Chemnitzer Bürgerinnen direkt an den entsprechenden Pflanzen und Flächen entsprechendes Wissen/Informationen „abgerufen“ werden können. Diese freien Bildungsinformationen lassen sich danach in beliebig vielen „Schulgärten“ und „Blühflächen“, sogar in Privatgärten und auf Privatflächen in ganz Deutschland und Europa nachnutzen (einfach QR-Code drucken und auf eigenem „Erdspieß“ anbringen).

Dieses  Leuchtturm-Konzept des flächendeckendes „Frühblüher – Verbundsystem“, entstanden als Mitmach-Projekt der Bürger, kann von Städten und Gemeinden aus ganz Europa nachgemacht/kopiert werden. Das „Frühblüher – Verbundsystem“ ist im Ergebnis ein „Gesamtkunstwerk“, an dem viele Chemnitzerinnen gemeinsam und selbstbestimmt teilgenommen haben.
Dieses Kunstwerk entwickelt sich auch über viele Jahre über 2025 hinaus weiter, ist also nachhaltig, weit über das Kulturhauptstadtjahr hinaus.

Das Projekt wird um so erfolgreicher, je eher es beginnt (möglichst 2021) und um so mehr Chemnitzer über das gesamte Stadtgebiet verteilt, sich daran beteiligen (Breite Basis). Mit einem Start in 2021 haben die Frühblüher – Blühflächen noch 4 Jahre, sich bis 2025 zu entwickeln (Einzelpflanzen werden „Nester“ und „Flächen“).

Wen spricht das Projekt primär an?

Alle Chemnitzer/innen, das Grünflächenamt, die Wohnungsgenossenschaften und die GGG, die Bürgerplattformen.

In 2025 auch alle „Kulturhauptstadt-Besucher“ im Frühjahr.  Als „Nachmach- und Bildungsprojekt“ auch andere Städte und Gemeinden in Deutschland und Europa.

Welcher (gesellschaftliche) Mehrwert ergibt sich aus dem Projekt?

Schöne, nachhaltige Blühflächen nicht nur zur Verschönerung der Stadt, sondern auch als Maßnahme zum Insekten- und Naturschutz.

Es fördert als „Mitmach-Projekt“ den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Chemnitz, auch generationsübergreifen.

Mehr Details zum Nutzen (Mehrwert) sind bereits in der Projektbeschreibung der „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ enthalten.

Die europäische Dimension

Über das Konzept des flächendeckendesn „Frühblüher – Verbundsystem“ und des zugehörigen digitalen Bildungskonzeptes, ist es ein Projekt, welches sich zur Nachahmung in ganz Europa eignet. Bei entsprechendem Erfolg können diese Blühflächen ein Entscheidungsrund sein, schon im zeitigeren Frühjahr die Kulturhauptstadt „Chemnitz“ zu besuchen.

Ist dem Projekt ein Finanzplan (Einnahmen /Ausgaben) beigelegt?

Nein

Ist die beantragte Unterstützung max. 2.500 €?

ja

Welche Kosten sollen mit der Unterstützung beglichen werden?

Notwendige zusätzliche Abstimmungs- und Koordinierungsaufwände. Aufwände in Zusammenhang mit der Erstellung der freien Bildungsinhalte (Lernpfade zu den Blühflächen) durch den Chemnitzer „aracube e.V.“

Wenn Honorare gezahlt werden: Für wen fallen diese in welcher Höhe an?

N.N.

 

LC2025 – Projektideen / Projektvorschläge

C2025 – Ideen & Vorschläge von „lebenswertes Chemnitz“

Die Initiative „lebenswertes Chemnitz“ (Link zur LC-Projektbeschreibung) hat relativ große Überschneidungsbereiche zu den Schwerpunkten der Kulturhauptstadt Bewerbung (Bid Book). Deshalb eignen sich auch einige der Projekte und Projektideen dieser Initiative sehr gut für „Kulturhauptstadt – Projekte“.  Insbesondere viele der „Mitmach-Projekte“ und „Mitmach-Ideen“ lassen sich kontinuierlich für C2025 ausbauen und integrieren. Die meisten Mitmachprojekte von „lebenswertes Chemnitz“ sind grundsätzlich als „Pilotprojekte“ angelegt, die in anderen Städten, Gemeinden und Regionen nachgemacht werden können, am einfachsten in D-A-CH (wegen der deutschen Sprache), aber auch sonst in Europa („Europäische Dimension“ der Projekte) oder ggf. weltweit. Im Sinn der Mitmach-Projekte, werden nicht nur die „Mitmacher für die Umsetzung“ gesucht, sondern auch „Mitmacherinnen“ (ehrenamtlich), die einzelne der Projekte (ihre Wunschprojekte) mit gestalten, organisieren, bekannt machen und leiten. Wer würde sich gern in welches Projekt einbringen?
Nach und nach werden in den nächsten Monaten unsere Vorschläge hier veröffentlicht, ausformuliert und parallel (mit der Ausformulierung) als „C2025-Projekte“ beim Kulturhauptstadt-Team eingereicht:

  1. Winterling-Blühflächen: „Mitmach -Aktion“ für nachhaltige insektenfreundliche Blühflächen auf Basis der seit 2019 stattfindenen „Winterling-Aktion„.
  2. Frühblüher-Mitmach-Aktion: (Early bloomer Meadows -EBMs), Frühblüher Aktion der Chemnitzerinnen im öffenlichen Bereich, um Chemnitz schöner und insektenfreundlicher mitzugestalten, auf der Grundlage der seit 2018 stattfindenden „Frühblüher-Mitmach-Aktion„.
  3. „lebenswertes Chemnitz“ Fotosammlung: „Fotografie-Mitmach-Aktion“ für freie (wiederverwendbare) Fotos  (mit freien Lizenzen: CC-BY und CCO) zu Chemnitz, basierend auf dem „Foto-Projekt“ von „lebenswertes Chemnitz“ und veröffentlichung der Fotos auf der „Wikimedia Commons“ oder „pixabay“.
  4.  Freie Bilder veröffentlichen: Bildungsprojekt zur Veröffentlichung eigener Bilder/Fotos unter einer freien Lizenz (CC-BY , CCO) auf der „Wikimedia Commons“ oder auf „pixabay“, als Gemeinschaftsprojekt mit dem Chemnitzer „aracube e.V.“.
  5. Hausbibliotheken: Eine Mitmachaktion von Vermietern und Hausgemeinschaften als nachhaltige „Teilen-Aktion“ (Sharing) nach dem Vorbild des „Hausbibliothek“-Projektes von „lebenswertes Chemnitz“.
  6. Wildbienen-2025: Eine Wildbienen-Mitmach-Aktion und ein Bildungsprojekt zum Wildbienen- und Umweltschutz, basierend auf der in 2020 erfolgreichen „Mauerbienen-Aktion„.
  7. Speakers Corner – Chemnitz: Ein Mitmach-Projekt für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt, mit realem „Speakers Corner“ (nach Londoner Vorbild) zentral in der Stadt mit digitaler Ergänzung durch zugehörigen Youtube-Kanal der Aufzeichnungen.
  8. Wildkrokus-Aktion:  „Mitmach -Aktion“ für nachhaltige insektenfreundliche Blühflächen nach dem Vorbild der „Winterling-Aktion“ aber mit Wildkrokussen.
  9. Kornelkirschen-Aktion: Mitmach Aktion zum Austausch von mindestens 1/3 der Forsythia-Flächen in Chemnitz durch Kornelkirschen, bei gleichzeitiger Überarbeitung der Chemnitzer Baumschutzsatzung in eine sinnvollere, bürgernähere und umweltfreundlichere Version.
  10. Freie Umweltbildung als OER: Bildungsprojekt zur Erstellung und Bereitstellung von freien Bildungsinhalten (OER – Open Educational Resources) zu Umweltprojekten in Chemnitz, als Gemeinschaftsprojekt mit dem Chemnitzer „aracube e.V.“.
  11. Sportplätze für Alle: Freie Nutzung von allen Sportflächen in Chemnitz, die durch „öffentliche Mittel“ ganz oder teilweise finanziert wurden. Projekt für barrierefreien Breitensport.
  12. Public Sports days – öffentliche Sporttage: „Mitmach-Aktion“, regelmäßige gemeinsame Sport-Treffen auf den nun frei zugänglichen Sportplätzen.
  13. Bienen und Imkerei MOOC (biMOOC): Ein freies Bildungsprojekt (OER) rund um Bienen und Imkerei, welches auch zahlreiche Wildbienen-, Natur-/Umweltschutz- und Blühflächenthemen behandelt. (siehe „biMOOC – Projekt durch Chemnitzer Initiatoren„)
  14. Maja-Aktion: Mitmach-Aktion zum Honigbienen-Schutz zwischen Chemnitzer-Imkerinnen und Chemnitzer Unternehmen/Organisationen nach dem Vorbild der  Bienen-Patenschaften nach dem „Chemnitzer -Modell“.
  15. Secure Hitchhiking Places (SHP), Sichere Tramper/innen Plätze: Es werden für das Trampen (als ökologische, soziale und verbindende Reisevariante) sichere Einstiegs- und Ausstiegsplätze an den Chemnitzer Autobahnauffahrten und an den Haupt-Fernstraßen geschaffen.
  16. BiBi – Lehrbienenstand im botanischen Garten: Ein umfassendes nachhaltiges Bienen-Bildungs (BiBi) Projekt mit Schau- und Lehrbienenstand im „Botanischen Garten Chemnitz“ nach dem „Bildung 4.0“ Ansatz, in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein Chemnitz 1874 e.V. und dem Chemnitzer aracube e.V.
  17. LEA-Diskussionen: Diskussionen unter Linden, Eichen und Ahorn-Bäumen in Chemnitz – von Diskussionspartnern mit komplett gegensätzlichen Positionen.
  18. Blühflächen-Verbundprojekt:  Mitmach-Aktion, Früblühflächen, Spätsommerblühflächen, Nist- und Vermehrungsmöglichkeiten, Blühflächenverbund
  19. Open Academy – Barcamp: Ein 4-Tages Barcam mit freien Bildungs-Sessions mit freien Themen überall in Chemnitz (auch LEA-Session-Plätze). JEDE(R) kann Sessions vorschlagen und halten.
  20. Zinkblech Garten (ZBG): Mitmach-, Bildungs- und Willkommens-Projekt für einen Garten aus alten Zinkblech-Wannen (Eimern und Gießkannen) auf dem Bahnhofsvorplatz, aufgebaut, gestaltet und gepflegt von Chemnitzer/innen.
  21. Montags Musiker Nächte, Mondays Musicians Nights (MMN): Nach dem Vorbild der „Musicians Nights“ in Hull (GB) spielen am Montag Musiker oder Bands max. 3 Songs oder tragen Poeten max. 3 Gedichte u.a. vor.
  22. Tag der Masken: Am Tag des Schauspiels (11. Oktober) tragen (alle) Menschen in Chemniz eine Maske, sind verkleidet und spielen eine selbstgewählte Rolle, inkl. LEA-Events mit Vorlesen eigener Texte und Gedichte, bzw. Vortragen eigener Musik/Songs.
  23. … comming soon

Winterling Blühflächen – Kulturhauptstadt 2025

Winterling-Aktion für Kulturhauptstadt 2025

im „Park der Opfer des Faschismus“, im „Nordpark“ und auf weiteren Flächen, die noch festzulegen sind …

… ist ein konkreter Projektvorschlag (Start: 24.1.2021) für „nachhaltige Blühflächen“ als „Mitmachprojekt“ der Chemnitzer/innen für Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025.

Dabei wird die seit 2019 stattfindende  „Winterling – Aktion“ dahingehend ergänzt, einige festgelegte öffentlich zugängliche Flächen in Chemnitz gezielt in „Winterling-Blühflächen“ zu verwandeln. Bisher gibt es diese „gezielt“ festgelegten und bepflanzten Flächen als „Vorzeigeflächen für 2025“ nicht. Die seit 2019 stattfindende Winterling-Aktion wird in folgendem Video vorgestellt (Dauer: 4:47min):

In der ausführlichen Projekt-Beschreibung zur Winterling-Aktion, wird diese nachhaltige Blühflächen-Aktion erläutert, an der sich bereits in 2019 und 2020 einige Chemnitzer/innen sehr aktiv beteiligt haben. Der verlinkte Beitrag erläutert auch, warum diese Mitmach-Aktion ein besonders nachhaltiges und wichtiges Projekt für den Wildbienen- und Insektenschutz ist und auch für Honigbienen besonders wertvoll ist. Auf der Seite sind auch ausführliche Hinweise für ALLE, die sich an der Aktion beteiligen möchten, um den Erfolg so effektiv und langfristig wie möglich zu gestalten. Jede Interessierte kann sich daran in jedem Frühjahr beteiligen. Um aber so schöne Blühflächen, wie im Rautal bei Jena zu erhalten, dauert es jedoch mindestens 8-10 Jahre.

Winterlinge im Rautal
Eines der bekanntesten Winterling-Gebiete: Winterlinge im Rautal bei Jena

Der Grund ist, dass Sämlinge erst nach 3-5 Jahren blühen. Die 2019 ausgesäten Samen blühen also frühestens 2023 und deren Samen blühen erst frühestens 2026. Jedoch die 2019 und 2020 gesteckten Knollen blühen teilweise bereits schon dieses Jahr (2021) und deren Samen können bereits ab 2024/25 blühen. Deshalb ist es möglich mit der Aktion im Frühjahr 2021 noch zu erreichen, dass in 2025 bereits sehr schöne „Winterling“-Blühflächen entstehen.

Im vorigen Jahr (2020) gab es bereits neben mehreren kleineren Spenden auch eine größere Spende an Winterling-Samen und eine große Spende an Winterling-Knollen, welche die beiden folgenden Bilder zeigen.

Winterling Samen – Spende 2020
Winterling Knollen – Spende 2020

Die 12 Knollen neben den beiden Winterling Knollen-Kisten zeigen im Verhältnis zu den Kisten, dass es sich hier um mehrere tausend Knollen handelt.

Auf indirektem Weg (über die „Redakteurin Kulturhauptstadt“, Jenny Zichner) habe ich am 5.3.2020, eine Mail vom Chef des Grünflächenamts Peter Börner weitergeleitet bekommen (ein direkter Kontakt zu Hr. Börner ist mir übrigens trotz etlicher unterschiedlicher Projekte und Versuche bis heute NICHT gelungen!!!). Diese weitergeleitete eMail enthielt folgende Abschnitte:

„Winterlinge sind wunderschön. Die Aktion an sich ist begrüßenswert.

Gute Winterling- Flächen wären zentrumsnah im Park der Opfer des Faschismus, entlang der Zschopauer Straße.

Park der OdF wäre für einen ersten Anfang ideal.

Deshalb wurden viele der Samen und Knollen dieser Spenden auch im Park der Opfer des Faschismus an geeigneten Stellen (im Frühjahr Sonne, später durch Laub beschattet) gepflanzt und gesät. Es befinden sich also seit 2020 schon ca. 1000-2000 Knollen und eine größere Menge an Samen im Park der OdF.  Das folgende Bild zeigt mich beim „Stecken der Knollen“ im Park der OdF:

Winterling-Knollen stecken im Park der OdF als Teil der Winterling-Aktion
Winterlinge im Park der Opfer des Faschismus an „geeigneten Stellen“ der straffierten Flächen

Es sind also schon viele „Startpunkte“ vorhanden, wovon etliche wahrscheinlich bereits im Frühjahr 2021 blühen. Deshalb lohnt es sich, ab Mitte/Ende Februar dort die Augen offen zu halten. Deren Samen könnten wiederum bereits ab 2024 blühen. Falls das Grünflächenamt mitspielt, und Hr. Börner seine Aussage an die Kulturhauptstadt Redakteurin ernst gemeint hat, besteht somit eine gute Chance, dass der Park der ODF im Kulturhauptstadtjahr 2025 bereits eine sehr schöne Winterling-Blühfläche sein kann.

Dazu müssen sich die Winterlinge aber gut und ungestört entwickeln, Samen bilden und diese ausstreuen können. Das bedeutet, dass die (wenn das Laub austreibt) beschatteten Rasenflächen des Parks der OdF von Anfang Januar bis zum Ende des Ausstreuens der Samen und vergilben der Winterling-Blätter (Ende Mai – Mitte Juni, je nach Wetter) NICHT gemäht werden dürfen. Da es nur die im Sommer beschatteten Flächen betrifft, auf denen das Gras sowieso „gemäßigt“ wächst, ist das bei vorhandenem Willen kein Problem.

Ich werde in diesem Frühjahr beobachten, ob das der Fall ist und darüber berichten, da das Grünflächenamt über die erfolgte Pflanzung bereits im letzten Jahr per eMail informiert wurde.
Ergänzung (14.3.2021): Die Winterlinge wurden „abgemäht“ oder oder „abgeharkt“ (Details im verlinkten Beitrag).

Eine Fläche auf der der BUND offiziell die Bepflanzung in Chemnitz durchführen darf, ist der „Nordpark“. In Abstimmung mit dem BUND-Verantwortlichen für die dortige Aktion, erfolget in 2020 ebenfalls eine „offizielle“ Pflanzung und Aussaat im Rahmen der Winterling Aktion. Im Nordpark ist dies vor allem in folgenden Bereichen erfolgt:

Winterling Pflanzung und Aussaat 2020

Somit bietet sich der Nordpark als zweite „offizielle“ Fläche der „Winterling-Aktion“ im Rahmen „Kulturhauptstadt 2025“ an. Es kann sein, dass es bereits einige andere mögliche Flächen gibt, da die „Winterling-Aktion“ so angelegt ist, dass jede Mitmacherin sich auch ihre eigene (möglichst geeignete) Stelle im öffentlichen Bereich suchen kann. Das macht Sinn, damit Winterlinge überall in Chemnitz blühen und Mitmacher in der Nähe ihrer Wohnung pflanzen können.
Damit man Kulturhauptstadt-Besuchern, dass Projekt aber nahebringen/zeigen kann, sind einige ausgewählte Flächen (wie der Park der Oper des Faschismus oder der Nordpark) als Beidpiele („Leuchttürme“) sinnvoll.

Vielleicht möchten sich auch einige Wohnungsgenossenschaften mit einer ihrer Flächen und ihren Mietern im Rahmen dieses Kulturhauptstadt-Projektes beteiligen? 

Mit einem konzentrierten Start im Frühjahr 2021 ist es noch rechtzeitig möglich, eine ganz schöne Winterling-Fläche bis 2025 zu erreichen.

Als Frage lässt sich noch diskutieren, ob im Rahmen des Projektes jeweils „reine“ Winterling – Flächen gewünscht sind, wie im Beispiel des Rautals bei Jena, oder gemischte Flächen mit Schneeglöckchen und Märzenbechern oder Elfenkrokussen, wie die folgenden Foto’s symbolisieren:

Winterlinge maerzenbecher schneegloeckchen verbund 2020
Verbund aus Winterlingen, Scheeglöckchen und Märzenbechern
Winterlinge krokusse an baum lebenswertes chemnitz
Winterlinge im Verbund mit Elfenkrokussen

Ein gemeinsames Pflanzen/Säen mit Schneeglöckchen und Elfenkrokussen würde die Mähzeiten der Flächen nicht weiter verändern. Bei Märzenbechern, dürfte wahrscheinlich bis Mitte Juni nicht gemäht werden, damit sie die Blätter in Ruhe „einziehen“ können, während der Elfen-Krokus Ende Mai auch ausgesamt haben sollte.

Aufwand für Chemnitz für dieses Kulturhauptstadt -Projekt um es erfolgreich zu machen

Wenn das Motto gilt, „einfach machen  – einfach machen“, kostet das „Winterling-Projekt“ die Stadt und das Kulturhauptstadt-Team keinen zusätzlichen Euro. Für einen Erfolg ist jedoch folgendes erforderlich:

  • Das Grünflächenamt hat zumindest für den Park der OdF den Vorschlag ernst gemeint und mäht deshalb zumindest die durch Bäume und Hecken beschattetet Flächen in der Zeit zwischen 1.Januar und  Ende Mai/Mitte Juni (bis Vergilben der Blätter der Winterlinge) nicht mehr. Außerdem erfolgt in dem Zeitraum keine Bodenbearbeitung unter den Hecken, also die Entfernung des Laubs (wenn nötig) bis spätestens Ende Dezember. Wenn das Laub unter den Hecken liegen bleibt, dann in einer „normalen Schicht“, ohne das zusätzliche Blätter „darunter gepustet“ werden, damit die Winterlinge noch durch die Laubschicht austreiben können. Es geht also eher um etwas weniger Aufwand zur Pflege der Flächen (oder den gleichen nur mit Beachtung der „pflegefreien Zeit“).
  • Der BUND kann für den Nordpark gleiches für die „Winterling – Flächen“ erreichen.
  • Wenn sich noch Wohnungsgenossenschaften an dem Winterling-Projekt mit festgelegten Flächen beteiligen, stellen sie das gleiche für diese Flächen sicher.
  • Die Chemnitzer-Medien berichten über das Projekt und machen es noch bekannter, damit viele Bürger an diesem „Mitmach-Projekt“ vor allem in 2021 und 2022 teilnehmen (die noch relevanten Jahre für 2025).
  • Dieses „Bürger-Mitmach-Projekt“ wird in Besucherinformationen und „Veranstaltungspläne“ für die Kulturhauptstadt 2025 mit aufgenommen, damit das

Mit „einfach machen – einfach machen“ ist gemeint, dass nur weil es ein Kulturhauptstadtprojekt wird, nicht unnötig viel organisatorischer Overhead/Zusatzaufwand entsteht.

Im oben bereits verlinkten Projektbeitrag zur „Winterling – Aktion“ ist alles fachlich Notwendige für die Projektdurchführung bereits beschrieben und auch erläutert, warum es ein besonders nachhaltiges und wertvolles Blühflächenprojekt zum Insektenschutz ist, nicht nur für Wildbienen und Honigbienen.

Dies ist einer der Projektvorschläge von „lebenswertes Chemnitz“ für das Kulturhauptstadt-Jahr 2025.