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Urbane Bienenhaltung – Mythos und Realität

Link zur kostenlosen Veranstaltung „Urbane Bienenhaltung – Mythos und Realität“  (19.9.19,  17:30 Uhr, OpenSpace , Dresdner Straße 38B, 09130 Chemnitz)
Bitte melden Sie sich bei Interesse über den Link an, da nur 60 Plätze zur Verfügung stehen und nicht sicher ist, ob man abends ohne Anmeldung noch rein kommt.

Die Veranstaltung wird von mir (Dirk Liesch) mitorganisiert und ich würde mich über viele Teilnehmer freuen.

offizielle Veranstaltungsinformationen: 

Urbane Bienenhaltung – Mythos und Realität

Das Bewusstsein, wie wichtig Bienen für unser Ökosystem sind, ist in der Gesellschaft angekommen. Doch gut gemeinte Unterstützung kann bei unzureichenden Kenntnissen über die Bienen und die Imkerpraxis auch schnell ins Gegenteil umschlagen. Wieso beispielsweise das Bienenfüttern mit Honig aus dem Supermarkt fatale Folgen haben kann oder ob sich wirklich jede Haltungsform, wie z.B. die Bienenkiste für eine fachgerechte Bienenhaltung eignet, erklärt die Bienen-Expertin vom Chemnitzer Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Ute Wetzel in einem Vortrag zum Thema Bienengesundheit und Bienenhaltung.

Anschließend wird Dirk Liesch, Imker aus dem Imkerverein Chemnitz 1874 e.V., ein paar Worte darüber verlieren, wie man zur Hobby-Imkerei kommt, weshalb umfangreiches Wissen und Erfahrungen hierbei wichtiger sind, als zuerst vermutet und wie Bienen-Patenschaften dies unterstützen. Zusätzlich zeigt er für interessierte Mitmenschen und Unternehmen Möglichkeiten, sich nachhaltig und ohne großen Aufwand für die Insekten- und Bienen-Vielfalt in Chemnitz einzusetzen.

Im Anschluss:

  • entspanntes Zusammensein mit Honigverkostung und -verkauf
  • Ausstellung und Erklärung von Imkereizubehör und Bienenbehausungen
  • Besichtigung des Paten-Bienenstandes der DMK E-BUSINESS GmbH

Agenda

  1. Vortrag zur Bienengesundheit und Bienenhaltung von Bienen-Expertin Ute Wetzel
  2. Impulsvortrag Dirk Liesch (Imker in Chemnitz)
  3. Erfahrungsbericht DMK E-BUSINESS GmbH als Bienenpate
  4. Erfahrungsbericht Becker Umweltdienste GmbH als Unterstützer des freien Bildungsprojektes zu Bienen “BiMOOC”
  5. Fragen, Antworten und Erfahrungsaustausch

Link zur Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung „Urbane Bienenhaltung – Mythos und Realität“  (19.9.19,  17:30 Uhr, OpenSpace , Dresdner Straße 38B, 09130 Chemnitz)

Bienen-Patenschaften in Chemnitz

Seit April 2019 gibt es eine Bienenpatenschaft der DMK E-BUSINESS GmbH aus Chemnitz, die als Pilot gedacht ist, für möglichst viele Nachahmer in Chemnitz und darüber hinaus.

Bienen am Flugloch in der AbendsonneBei diesem Nachhaltigkeitsprojekt für Bienen-und Naturschutz geht es darum, dass Organisationen ein oder mehrere Bienenvölker unterstützen, indem sie zum Beispiel einen Bienenstand auf ihrem Gelände zur Verfügung stellen und die Bienenvölker auf diesem Stand von einem Imker bereitgestellt und betreut werden. Dafür erwerben die Organisationen den größten Teil des Honigs dieser Völker zu einem höheren vorher vereinbarten Preis, so dass der Mehraufwand des Imkers für die Betreuung damit zumindest teilweise abgedeckt ist. Außerdem können die Firmen so den Honig von ihrem eigenen Stand mit passendem Etikett verwenden und auch darüber auf ihr Engagement aufmerksam machen. (Link zur Sicht des Pilotpaten DMK E-BUSSINESS GmbH)

Jedoch die größeren Vorteile ergeben sich für den Natur-, Bienen- und Insektenschutz, weil:

  • die Mitarbeiterinnen, aber auch die Kunden und Besucher der Paten-Organisation, können live die Entwicklung „Ihres“ Bienenvolkes miterleben und damit selbst sehr viel über Bienen und angrenzende Themengebiete lernen. Im aktuellen Pilotprojekt kommen bei den Volks-Durchsichten regelmäßig einige Mitarbeiter in die Nähe, stellen Fragen, fotografieren und entwickeln so ein emotional unterstütztes Wissen zu Bienen. Jede Bienendurchsicht wird so zu einem kleinen „Bildungsimbiss“, nicht nur zu Honigbienen, sondern auch zu Wildbienen, anderen Insekten und Blühflächen.
  • Über die Blühflächen- und Wildbienen-Themen wird die Grundlage und Motivation für weitere nachhaltige „Insektenpflanzen“ (nicht nur Blühflächen), Überwinterungsplätze und Brutplätze/Behausungen (nicht nur Insektenhotels)  in unserer Stadt gelegt.
  • Wenn diesem Modell ab 2020 mehrere Chemnitzer-Organisationen und Chemnitzer-Imkerinnen folgen, entstehen über das Stadtgebiet verteilt neue Bienenstände und Bienenvölker. Es werden nicht nur in den Gärten und Parks der Stadt die Pflanzen besser bestäubt, sondern es erfolgt über die „Bildungsimbisse“ auch eine intensive Verbreitung des Wissens und der Sensibilisierung für Bienen und Natur.
  • Das Naturschutzthema wird somit direkt in die Unternehmen und Organisationen der Stadt getragen, belohnt mit dem eigenen süßen Honig der Organisation vom eigenen Stand.
  • Imker und Organisationen/Unternehmen der Stadt arbeiten gemeinsam Hand in Hand. Es entsteht ein positives Netzwerk zwischen Menschen unserer Stadt über ein Naturschutz-Thema als Ankerpunkt.

Somit haben sowohl der Bienenpate (Organisation), die Imkerin, die Bienen, die Umwelt und die Stadt etwas Positives von diesem Projekt.

Ziel der Bienen-Paten Pilotprojekte ist es, konkrete Erfahrungen zu sammeln, Prozesse zu entwickeln, aufkommende Fragen und Herausforderungen klären und Vorlagen zu schaffen, so dass andere Imker und Organisationen diese Wissen und diese Vorarbeiten ab 2020 nutzen können um möglichst barrierefrei ebenfalls Bienen-Patenschaften eingehen können.

Nutzbar gemacht wird das Wissen zu Bienen-Patenschaften als freie Lernmaterialien und freie Vorlagen im Chemnitzer – „biMOOC“ Projekt.

biMOOC – Projekt durch Chemnitzer Initiatoren

Der gemeinnützige Chemnitzer Verein „aracube e.V.“ und Dirk Liesch (stellvertretender Vorsitzender des Imkerverein Chemnitz 1874 e.V.) haben das freie Bildungsprojekt:

Bienen und Imkerei MOOC (biMOOC)

initiiert.

Alle Informationen zu dem Projekt finden Sie hier: https://bienen.open-academy.com/
Projektvideo zum zugehörigen Crowdfunding-Projekt (3:52min):

Hier geht es direkt zum biMOOC – Crowdfundingprojekt auf Startnext. Die „Finanzierungsphase“ läuft bis zum 1.6.2019.

Dank unserer Partner kann das Projekt auf jeden Fall starten. Ganz vielen Dank dafür!!!

Schön ist es, wenn viel Chemnitzerinnen und Chemnitzer Unternehmen und Organisationen bei diesem Projekt mitmachen.

Hier gibt es Informationen für „Mitmacher“, „Sponsoren“, „Spender“ oder „Multiplikatoren/Medienpartner“.

Warum finden wir dieses Projekt gut, unterstützen es als Multiplikator und machenes mit bekannter?

  • Es ist ein positives Projekt von Chemnitzern für Chemnitzerinnen, auch wenn es sich an den gesamten deutschsprachigen Raum (D-A-CH) wendet.
  • Das biMOOC-Projekt hilft Chemnitz lebenswerter zu machen.
  • Das Projekt hilft dem Bienenschutz und der Imkerei. Aufgrund der großen Überschneidungen ist es damit auch ein Projekt für den Insektenschutz, den Umweltschutz und den Naturschutz.
  • Das biMOOC – Projekt setzt moderne effektive Bildungsansätze (Modebegriffe: „Bildung 4.0“,  „Lernen 4.0“ und „flipped classroom“) in der Realität um. Damit macht das Projekt diese neuen Bildungsformen für eine größere Anzahl von Chemnitzerinnen (und darüber hinaus) verständlich und erfahrbar und macht diese modernen Bildungsformen damit bekannter.
  • Das biMOOC – Projekt setzt konsequent auf FREIE Bildung. Sowohl alle entstehenden und eingebundenen Lernmaterialien und Informationsmaterialien sind sogenannte OER (Open Educational Resources), als auch die Teilnahme am interaktiven Onlinekurs, begleitend zum Bienenjahr ab 2020 (MOOC –  Massive Open Online Course) ist kostenlos.
  • Die unterschiedlichen Lernpfade und „Lehrpläne“ (Curricula) des biMOOC-Projektes richten sich an unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten (Ministerien) im deutschen Bildungssystem. So ist es ein gutes Pilotbeispiel für den Einsatz der neuen freien Lernformen („flipped classroom“) in den unterschiedlichen Bildungsbereichen:
    • Imker-AGs/GTA (Schüler Kl. 6-12) – Schulbildung
    • Junimkerausbildung – Berufsausbildung/Erwachsenenbildung
    • Bienenjahrbegleitung für Bestandsimker – Weiterbildung
    • Bäuerinnen und Landwirte – Weiterbildung/Landwirtschaft
    • Interessierte Bürgerinnen – Volksbildung (Umwelt- und Naturschutz)
  • Wir hoffen, dass weitere moderne und effektive Bildungsangebote in Chemnitz nach diesem Vorbild entstehen und das Chemnitz im Bereich „Bildung 4.0“ ein „Leuchtturm“ wird (um noch ein paar Buzzwords zu verwenden 😉
  • Wir möchten, dass sich freie Bildungsinhalte (OER) und kostenfreier Bildungszugang in Zukunft stärker durchsetzen. Solange es noch von Steuergeldern bezahlte Angestellte oder Beamte an Schulen, Hochschulen und anderen Institutionen in Sachsen gibt, die die durch sie erstellten Bildungsmaterialien/Lernmaterialien noch nicht als OER frei zur Verfügung stellen, ist dieses Ziel noch weit und verfolgenswert.
  • Das biMOOC -Projekt braucht aufgrund des doch erheblichen Aufwandes Unterstützung für eine erfolgreiche Realisierung.
  • Ein Pilotbeispiel im Bereich moderne „Bildungskultur“ ist vielleicht auch ein Beitrag für eine „Kulturhauptstadt“-Bewerbung 😉

Warum wir denken, das biMOOC-Projekt passt zu Chemnitz?

Chemnitz ist eine grüne Stadt. In den Parks und Wohngebieten gibt es bereits im bestehenden Baumbestand viele gute Bienenweidepflanzen (Hasel, Weide, Kastanie, Linde, Robinie etc.). Außerdem gibt es in Chemnitz (wie generell im Osten Deutschlands) noch viele Kleingarten-Sparten und Wohnungsgenossenschaften (Plattenbau-Siedlungen). Dies ist eine tolle Grundlage um auch eine noch bienen- und insektenfreundlichere Stadt zu werden. Deshalb sollte Chemnitz diese Chance ergreifen und umsetzen.

Früher gab es einmal ein sehr gutes Bildungssystem in Chemnitz. Heute ist es im Deutschlandvergleich wahrscheinlich noch „ok“. Aber es lohnt sich, wieder ein sehr gutes Bildungssystem in Chemnitz anzustreben und auch mit erfolgversprechenden und begründeten Maßnahmen die ersten Schritte dahin zu gehen. Ein sehr gutes Bildungssystem hat eine hohe Priorität in den Zielen unserer Initiative „lebenswertes Chemnitz“. Außerdem gibt es noch ein paar positive Beispiele in der Chemnitzer Bildungslandschaft, die sich als Kristallisationspunkte eignen würden, um diese Zielstellung mittel- und langfristig zu erreichen (wenn man denn will).

Chemnitzer Imker

Wie wichtig Bienen und Insekten sind, wurde in den letzten Jahren von den Medien aufgegriffen und damit bekannter.

Seit 1874 und damit seit 144 Jahren gibt es den

Imkerverein Chemnitz 1874 e.V.

(https://imker-chemnitz.de)

in dem ein großer Teil der Chemnitzer Imker organisiert ist. Ehrenamtlich, mit vielen Stunden ihrer Freizeit und Engagement setzen sie sich nicht nur für das Überleben und Wohl der Bienen ein. Viele Imkerinnen engagieren sich auch für andere Insekten und den Natur- und Artenschutz.

Bienen-Behausungen (Beuten) in Chemnitz
Bienen-Behausungen (Beuten) in Chemnitz

Jedes Bienenvolk hat im Sommer um die 50.000 Bienen. Einige der Imker betreuen damit mehr als 500.000 Bienen in ihrer Freizeit, die in Chemnitzer Grundstücken, Gärten und Parks die Blüten und Bäume bestäuben und sorgen damit dafür, dass wir Chemnitzerinnen in unseren Gärten und Parks, Obst, Gemüse, Beeren ernten, aber auch, dass unsere Kinder Kastanien finden.

Durch die Varoa-Milbe, ist derzeit wohl kein Honigbienen-Volk in der Lage, in der freien Natur (ohne Behandlung) mehr als 2 Jahre zu überleben (weswegen auch Schwärme möglichst gemeldet un eingefangen werden sollten). Deshalb ist dieses ehrenamtliche Engagement unserer Chemnitzer Imkerinnen mit überlebenswichtig für unsere Bienen. Obwohl es in den letzten Jahren erste (unbestätigte) Gerüchte gab, das einzelne Völker wieder mehr als 2 Sommer in einem Dachstuhl oder Baum (ohne Behandlung) überlebt haben, was toll wäre.

Unsere Imker und ihre Arbeit sind ein Baustein eines lebenswerten Chemnitz und es bringt uns einen weiteren kleinen Schritt voran, wenn sich noch mehr junge Chemnitzer für die Imkerei als Hobby entscheiden. Auch ist es eine kleine Anerkennung der Leistung unserer Imker, wenn Chemnitzer ab und zu den Honig unserer Imker kaufen.

Es gab mehrere Gründe, mich auch selbst für dieses Hobby zu entscheiden. An was ich dabei ursprünglich nicht dachte, ist der meditative Einfluss und der Stressabbau, den das eigentliche Arbeiten an den Bienen hat. Sie merken, wenn man hektisch ist, so dass eine Erziehung zu ruhigem, gelassenem und überlegtem Arbeiten stattfindet, etwas, was man auch in den beruflichen Alltag mitnimmt.

Bei Interesse an der Arbeit mit Bienen, der Imkerei oder auch nur an der Unterstützung der Imkerei in Chemnitz, nehmen Sie einfach Kontakt mit dem „Imkerverein Chemnitz 1874 e.V.“ oder auch mit uns (lebenswertes Chemnitz) auf. Sie können auch einfach bei einem der nächsten Treffen des Vereins im Botanischen Garten in Chemnitz als Gast vorbeikommen.

Dirk Liesch