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C2025 Apfelbaumprojekt – Kritik

„Apfelbaumparade – das europäische Apfelbaumprojekt“


… ist eine tolle erste Idee, aber so wie sie am 13.11.2020 im Chemnitzer Amtsblatt als „Flagship“-Projekt (Leutturmprojekt) präsentiert wurde, ist es noch nicht einmal „halbgewalkt“:

Chemnitzer Amtsblatt, 13.11. 2020, Seite 1

„Ziel dieses Projekts ist es, 4.000 Apfelbäume in Chemnitz und der Region zu pflanzen, die zu neuen Treffpunkten in der Nachbarschaft werden. Gesucht werden dafür Paten vor Ort oder aus ganz Europa, die sich dort einbringen, indem sie kleine Events unterm Apfelbaum organisieren oder zum Austausch einladen.“ (Zitat, Chemnitzer Amtsblatt, 13.11.2020, Seite 1)

Das klingt auf den ersten Eindruck toll, ist es so aber bei weitem noch nicht und bisher war auch kein persönliches Gespräch mit dem C2025 Team dazu möglich (trotz zahlreicher Versuche). Deshalb das „kritische Feedback“ hier:

Gezielte Desinformation

Wie überall in der Chemnitzer Politik wird auch hier mit „Desinformationen“ (siehe „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“) gearbeitet. Dazu nur kurz:

  • Die Äpfel des Fotos sind sicherlich mehr als 10x chemisch behandelt worden (konventioneller Obstbau).  Das Projekt wird jedoch wahrscheinlich „Streuobstbäume“, zumindest „chemisch unbehandeltes“ Wachstum im Sinn haben.  Deshalb ist das Foto bewusst irreführend. Ehrlich wären Äpfel, wie auf dem folgenden Bild gewesen, die auch im November so aussehen und für ein ehrliches Bild zur Verfügung gestanden hätten:
natürlicher Apfel im Herbst
  • Der Text (siehe „Zitat“) erzeugt den Eindruck, das Events des Kulturhauptstadtjahres im Schatten dieser gepflanzten Apfelbäume stattfinden sollen, also z.B. im Schatten eines Apfelbaumes wie im folgenden Bild:
im Schatten unter dem Apfelbaum
  • Das wäre wahrscheinlich nicht einmal die Realität in 2075. Das folgende Bild kommt der Realität in 2025 (wenn die Bäume in 2021 gepflanzt werden) wohl deutlich näher und zeigt, dass es unwahrscheinlich ist, dass darunter selbst „kleine Events unter dem Apfelbaum“ stattfinden können.
Apfelbaum unter dem in 2025 „kleine Events“ real stattfinden könnten
  • Fazit: Text und Bild zum „Flagship“-Projekt sind irreführend (Desinformation für „positives Image“)

Positives und Negatives zur Grundidee

Ein Baum-Projekt im Sinne der Apfelbaumparade für C2025 durchzuführen ist toll, auch die Idee zu „Events unter den Baumkronen“ ist Klasse. Das „Mitmachen“ über „Baumpaten“ zu organisieren, ist derzeit etwas in Mode, vielleicht „ok“ aber wahrscheinlich noch optimierbar.

Warum aber ein „Mono-Projekt“ ausschließlich mit 4.000 Apfelbäumen? Das wirkt doch sofort wie „Monokultur“ und wird so ein „Streuapfel“-Projekt und kein „Streuobst“-Projekt. Deshalb sollte es zumindest auf „Steuobst“ erweitert werden, also auch mit Birnen, Quitten, Kirschen, Plaumen, Mirabellen evtl. erweitert um Walnuss und Esskastanien (Maronen) oder auch typischen „Heckenpflanzen“, wie Kornelkirsche und Felsenbirne. Das wäre Vielfalt und kann trotzdem dem gleichen Gesamtkonzept folgen, nur variantenreicher und wirksamer nutzbar für die Bildung.

Im gleichen Zeitraum (beginnend ab 2021) gibt es in Chemnitz, das tolle Projekt INTERLACE, in dem es um die „Renaturierung von Brachflächen“ bzw. darum geht „urbane Ökosysteme effektiv (wieder)herzustellen, um lebenswertere, widerstandsfähigere und integrativere Städte zu schaffen„, was Chemnitz direkt mit der „Umweltbildung“ verbinden möchte. Das ist eigentlich eine optimale „Steilvorlage“, beide Themen „intelligent“ miteinander zu verbinden, aber nicht mit „Apfel – Monokulturen“.

Ob es dann „Events unter Baumkronen“ werden, was auch Linden zur Zeit der Lindenblüte, Eichen oder „unter Hängeweiden“ einschließen würde, oder nur „Events unter Obstbäumen“ ist dann weniger entscheident.

Baumkrone einer Linde (mit unvergleichlichem Duft während der Blüte)

Details zur Gesamt-Idee des „Obstbaum-Projektes“ seitens „lebenswertes Chemnitz“ auch in Verbindung mit INTERLACE führen hier zu weit. Die folgenden Bilder von Kirsche, Pflaume, Birne und Walnuss sollen nur andeuten, warum eine „Apfel-Monokultur“ nicht alles sein sollte:

blühender Kirschbaum
Pflaumenbaum in der Blüte
blühende Birne
Eichhörnchen im Walnuss-Baum

„Zweierlei – Maß“ Kritik

Dieser Kritik-Bereich richtet sich an die Chemnitzer Stadtverwaltung (Ämter), aber auch z.B. den NABU in Chemnitz und betrifft die Ungleichbehandlung von solchen „Flagschiff“-Projekten, die unter „Kulturhauptstadt“-Label segeln und von der Politik „gepusht“ werden, gegenüber sonstigen ehrenamtlichen Initiativen in Chemnitz, an konkreten Beispielen. Die folgenden Bilder von „Fallobst“-Bäumen sollen in das Thema einstimmen. Zuerst ein „Marketing Bild“ zur Fallobst-Idylle:

Apfelbaum mit Fallobst – unbekanntes Gemälde (Quelle pixabay: 1898305)

… und jetzt Bilder zur Realität:

Fallobst unter Apfelbaum
Fallobst näher betrachtet – mit Wespen (Klick auf Bild für Details)
Fallobst auf Wegen (Beispiel: Birne)

Zweierlei-Maß 1: Auf das Projektkonzept für den  Schau- und Lehrbienenstand im Botanischen Garten (Bienen Bildungs – Projekt, BiBi) kam sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom NABU (Chemnitz) Rückmeldungen der Art: Weil Honigbienen auch stechen können und es Allergiker gibt, für die dies lebensgefährlich sein könnte, wäre deshalb mit einem Schau- und Lehrbienenstand der Botanische Garten Chemnitz nicht mehr sinnvoll nutzbar, weil zu große Teile wegen der Stechgefahr abgesperrt werden müssten. Wohlgemerkt, es geht hier um von Imkern auf „Friedferigkeit“ selektierte Honigbienen-Völker. Das „Stechrisiko“ ist minimal und schon 2m vom Flugloch entfernt fast nicht mehr vorhanden. Wespen dagegen sind um ein Vielfaches aggressiver (stechen um ein Vielfaches schneller und häufiger) und Wespenstiche für Allergiker genauso gefährlich. Es scheint aber kein Problem zu sein 4.000 „Wespen Hotspots“ (siehe Detailfotos vom Fallobst)  in Chemnitz und Umgebung anzulegen. Dagegen wird aber ein einziger Schau- und Lehrbienenstand mit friedfertigen Honig-Bienen wegen der Stechgefahr als Problem gesehen und versucht, ihn auch deswegen zu verhindern, insbesondere auch vom NABU (Chemnitz).

Zweierlei Maß 2: Bei der „Winterling-Aktion“ kam die Rückmeldung (Grünflächenamt), dass Winterlinge nicht in der Nähe von Spielplätzen gepflanzt/gesäht werden dürfen, weil sie „giftig“ sind. Im konkreten Fall ging es um einen Abstand von mehr als 100 m vom Spielplatz, der nicht ausreichte. Dazu müssten die Kinder die Winterling Blüten, Blätter oder Samen nicht nur pflücken, sondern in größerer Menge verspeisen. Wie hoch ist dagegen das Risiko, dass Kinder sich das Fallobst holen, in dem zahlreiche Wespen sind, und in diese Äpfel beißen und dabei von den Wespen im Hals gestochen werden. Das ist dann nicht nur für Allergiker lebensgefährlich und auch nicht nur für Kinder. Das Risiko liegt also um ein Vielfaches höher, als bei den Winterlingen mehr als 100m entfernt von Spielplätzen. Aber es wird zweierlei Maß angesetzt, weil es ein C2025 Projekt ist.

Zweierlei Maß 3: In Chemnitz werden Sportplätze wegen des Haftungsrisikos bei Verletzungen überall durch verschlossene Zäune vor dem freien Zugang durch Chemnitzer geschützt. (entsprechendes Schreiben vom Bürgermeister Ralph Burghart liegt zu einer entsprechenden Anfrage vor). Auf Spielplätzen wird in Chemnitz darauf geachtet, dass sich kein Kind dort irgendwo einen Kratzer oder eine Beule holen kann, weshalb die meisten „Klettergeräte“ von denen ein Fall höher als 1,50m theoretisch möglich wäre, abgeschafft sind und dort auch für den Fall des Falls ein optimaler Schutz durch den Untergrund gegeben sein muss. Das Ergebnis: Es gibt keine „Klettergerüste“ mehr, die diesen Namen noch wirklich verdienen und es gibt fast keine frei zugänglichen  öffentlichen Sportanlagen in Chemnitz mehr.
Damit das Apfelbaum-Projekt Sinn macht, sind mit Sicherheit „Hochstamm“, vielleicht noch „Halbstämme“ geplant. Siehe z.B. Bild mit  dem Fallobst auf dem Weg. Die Fallhöhen von den Bäumen betragen also leicht 3-7m. Das reife Obst lockt Kinder und Jugendliche auf die Bäume. Die schönsten Früchte sind außen, wo die Bruchgefahr der Äste am höchsten ist. Mir selbst sind in meiner Jugend bei solchen Aktionen zahlreiche Äste, auf denen ich stand unter den Füßen weggebrochen und zweimal bin ich auch „richtig“ mehrere Meter „abgestürzt“ (wenn auch nur mit Prellungen und Zerrungen).  Das Risiko, sich bei solchen Aktionen zu verletzen ist deutlich höher, als bei einem 5m Klettergerüst (gab es früher wirklich) auf einem Spielplatz. Wenn die Baumkronen der Apfelbäume dann noch über einen Weg oder andere gefähliche unebene und/oder harte Untergründe ragen, steigt das Risiko für ernsthafte Verletzungen deutlich an  … und inzwischen sind viele Kinder nicht mehr so geübt in solchen Situationen. Mit den „Fallapfel“-Bäumen entsteht also ein viel höheres Risiko für ernsthafte Verletzungen, als durch frei zugängliche Sportplätze und Spielplätze mit Klettermöglichkeiten, die den Namen verdienen. Was nach dem Kulturhauptstadtjahr mit den Fallapfel-Bäumen in Chemnitz passiert, wenn sich das erste Anwalts-Kind den Arm gebrochen hat, weil es vom Baum gefallen ist, kann ich mir gut vorstellen. Jetzt als C2025 Flagship-Projekt, gilt noch zweierlei Maß.

Zweierlei Maß 4: Das Bild „Fallobst auf Wegen“ kann man so ähnlich schon jetzt bei den wenigen existierenden Fallapfel-Bäumen in Chemnitz beobachten. Solch ein matschiger Fallapfel (ist neben der Stechgefahr durch die ansitzenden Wespen) auch sehr gut mit einer „Bananenschale“ vergleichbar. Wie auf dieser sind entsprechende Stürze auf diesen Wegen möglich und werden auftreten. Wennn eine private Grundstücksbesitzerin solche Risiken nicht beseitigt (dazu gehört auch räumen und streuen im Winter), ist sie für die Folgen haftbar. Wie ist da bei den „Falläpfeln“? Wohl genauso. Wie wird die Stadtverwaltung reagieren, wenn sich solche „Apfelschalen“-Unfälle häufen, sobald C2025 vorbei ist? Wie erginge es einem anderen Projektantrag einer ehrenamtlichen Initiative in Chemnitz, die nicht zum politisch gewollten C2025 gehört? Ich weiß es. Die hat keine Chance, von der Chemnitzer-Stadtverwaltung genhmigt zu werden.

Gleiches Maß auf „Lebensrisiko“-Niveau

Mein (im „Barbara Ludwig- Chemnitz“ wohl unerfüllbarer) Wunsch wäre, dass gleiches Maß an Projekte ehrenamtlicher Initiativen gelegt wird, wie an C2025 Projekte. Damit meine ich aber, dass Chemnitz (Politik und Stadtverwaltung) wieder einheitlich mehr zu einem „Lebensrisiko“-Niveau steht: Es soll also wieder freie öffentliche Sportstätten geben, Spielplätze mit Klettermöglichkeiten, die diesen Namen verdienen, Lehrbienenstände und Fall-Obst wo man auch mal gestochen werden kann, Fallobst-Bäume von denen man auch stürzen kann (z.B. wenn ein Ast bricht), das Risiko auf einer Eisfläche einzubrechen oder in einem unbewachten frei zugänglichen Gewässer zu ertrinken usw. Für mich gehört das zur „Freiheit“ dazu, nicht nur ausnahmsweise für C2025 Projekte!

Kritik am „C2025 – Geklüngel“

Nervig ist (schon in der C2025 -Bewerberphase) und bis heute, dass keine „fremden Meinungen“ außerhalb des „C2025 – Geklüngel“ erwünscht scheinen. Das führt letztendlich zu solch unausgegorenen Projekten, wie in diesem „Apfelbaum“ Beispiel. Nicht nur ich bin in den letzten Jahren daran gescheitert, an C2025 Themen mitzuwirken. Dadurch sonnt sich das C2025-Team immer im Eigenlob ihrer eigenen Ideen und verpasst die Chance, selbst gute erste Ideen zu einem wirklich tollen Projekt zu entwickeln.
Das Mikroprojekt – Antragsverfahren ist eine gute Idee, solange es nicht das Mittel wird, jeden „fremden Einfluss“ aus dem „C2025 – Geklüngel“ herauszuhalten. Derzeit wird jede Anfrage und Vorschlag auf das „Mikroprojekt-Förderprogramm“ von C2025 verwiesen. Es dient also in Chemnitz derzeit als Schutzschild, „fremde Initiative“ vom Kulturhauptstadt-Team fernzuhalten. Auf die Veröffentlichung entsprechender Mails der letzten Tage verzichte ich diesmal (noch). Trotzdem fehlt mir der Glaube, dass das mit der neuen GmbH besser wird.
Wenn das Kulturhauptstadt Jahr für Chemnitz nachhaltig werden soll, muss es die Möglichkeit geben, Flagship-Projekte von der „mittelmäßigen Idee“ zu einem nachhaltigen tollen Projekt zu entwickeln und sinnvolle neue Flagship-Projekte aus der Breite der Chemnitzerinnen zu entwickeln. So etwas ist beim derzeitigen Selbstverständnis des aktuellen C2025 – Projektteams offensichtlich nicht möglich. Nur „versenkte Autos“ und auf dem Theaterplatz zertrümmerte Boote werden nicht nachhaltig für Chemnitz sein. Zum Thema wenig nachhaltig und wenig zielführend  gehören übrigens auch „Schmetterlingswiesen“, die im Herbst komplett abgemäht werden und so angelegt sind, dass sie spätestens aller 3 Jahre komplett neu angelegt werden müssen (hohe laufende Kosten und „unnatürlich“).

zur Apfelbild-Kritik

Ich kritisiere nicht „Obst aus konventionellem Obstanbau“. Ich halte im Gegenteil den konventionellen Anbau für eine soziale und gerechte Gesellschaft derzeit in Deutschland und der Welt für unverzichtbar. Wobei für mich auch „integrative“ Landwirtschaft- und Obstbau dazu gehören, solange damit die sozial gerechte Ernährung der Weltbevölkerung erreicht werden kann. Je weniger Land gebraucht wird, um die Menschheit sinnvoll zu ernähren, desto mehr Land bleibt für „unberührte Natur“ und ist deshalb ein Beitrag zum Natur- und Umweltschutz.  Die Kritik am Anfang bezog sich also ausschließlich auf das „unehrliche Bild“ im Amtsblatt zum Apfelbaum-Projekt.

Allgemeine Gedanken-Sammlung zum Apfelbaum-Projekt

Eines der größten Nachhaltigkeitspotentiale zu allen Umweltthemen in Chemnitz haben die Kleingartensparten (Kleingartenvereine). Diese sind quasi das mächtige Rückgrat für „grüne Nachhaltigkeit“ in Chemnitz. Wie werden diese in alle C2025 Projekte konstruktiv eingebunden, die das Thema Umwelt tangieren? (wirklich konstruktiv und nicht nur auf dem Papier)
10 Hektar große Blühflächen am Stück, sind etwa genauso, wie ein Speicher mit allem Getreide, das für Chemnitz in einem Jahr benötigt wird, in den man eine einzelne Maus steckt.  Wie werden die ca. 400 Tonnen Fallobst (geschätzt 100kg/Baum/Jahr) oder die 4.000 „Veranstaltungsorte unter dem Apfelbaum“ (in ca. 50 Jahren) am sinnvollsten benötigt? Wenn wir auf der einen Seite umfassende Aktionen starten, um das Wegwerfen von 200 Tonnen Lebensmitteln in Chemnitz zu verhindern, wie passen dann 300 Tonnen (überflüssiges) Fallobst dazu? Nutzen solche Igel-Futterplätze an Stellen, wo es auf der Insel zwischen den umgebenden Straßen keine „Übertagungs- und Überwinterungsplätze“ für Igel gibt? Fazit: Wos sollten warum diese OBSTbäume gepflanzt werden und machen auch zusätzlich Ideen zur Verwendung des überschüssigen Obstes Sinn. Das sind ja sonst „vergammelnde Lebensmittel“ in recht großem Umfang. Sind Events im faulenden Fallobst tatsächlich so sexy, oder wäre zu der Zeit ein Event unter der Farbenpracht eines „Zuckerahorns“ nicht passender?

Die vorhandenen Überlegungen zur Verbindung zur „Umweltbildung“ und zum Projekt INTERLACE führen hier zu weit.

Fallapfelbaum im Winter

Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinung. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Eigenes (Mit)Denken sollte bei jedem Thema und Informationskanal die wichtigste Grundlage sein.  Der Beitrag „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“ (übrigens aus dem Wissensmanagement MOOC) kann bei der zukünftigen eigenen Meinungsbildung positiv unterstützen.

Winterling Blühflächen – Kulturhauptstadt 2025

Winterling-Aktion für Kulturhauptstadt 2025

im „Park der Opfer des Faschismus“, im „Nordpark“ und auf weiteren Flächen, die noch festzulegen sind …

… ist ein konkreter Projektvorschlag (Start: 24.1.2021) für „nachhaltige Blühflächen“ als „Mitmachprojekt“ der Chemnitzer/innen für Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025.

Dabei wird die seit 2019 stattfindende  „Winterling – Aktion“ dahingehend ergänzt, einige festgelegte öffentlich zugängliche Flächen in Chemnitz gezielt in „Winterling-Blühflächen“ zu verwandeln. Bisher gibt es diese „gezielt“ festgelegten und bepflanzten Flächen als „Vorzeigeflächen für 2025“ nicht.

In der ausführlichen Projekt-Beschreibung zur Winterling-Aktion, wird diese nachhaltige Blühflächen-Aktion erläutert, an der sich bereits in 2019 und 2020 einige Chemnitzer/innen sehr aktiv beteiligt haben. Der verlinkte Beitrag erläutert auch, warum diese Mitmach-Aktion ein besonders nachhaltiges und wichtiges Projekt für den Wildbienen- und Insektenschutz ist und auch für Honigbienen besonders wertvoll ist. Auf der Seite sind auch ausführliche Hinweise für ALLE, die sich an der Aktion beteiligen möchten, um den Erfolg so effektiv und langfristig wie möglich zu gestalten. Jede Interessierte kann sich daran in jedem Frühjahr beteiligen. Um aber so schöne Blühflächen, wie im Rautal bei Jena zu erhalten, dauert es jedoch mindestens 8-10 Jahre.

Winterlinge im Rautal
Eines der bekanntesten Winterling-Gebiete: Winterlinge im Rautal bei Jena

Der Grund ist, dass Sämlinge erst nach 3-5 Jahren blühen. Die 2019 ausgesäten Samen blühen also frühestens 2023 und deren Samen blühen erst frühestens 2026. Jedoch die 2019 und 2020 gesteckten Knollen blühen teilweise bereits schon dieses Jahr (2021) und deren Samen können bereits ab 2024/25 blühen. Deshalb ist es möglich mit der Aktion im Frühjahr 2021 noch zu erreichen, dass in 2025 bereits sehr schöne „Winterling“-Blühflächen entstehen.

Im vorigen Jahr (2020) gab es bereits neben mehreren kleineren Spenden auch eine größere Spende an Winterling-Samen und eine große Spende an Winterling-Knollen, welche die beiden folgenden Bilder zeigen.

Winterling Samen – Spende 2020
Winterling Knollen – Spende 2020

Die 12 Knollen neben den beiden Winterling Knollen-Kisten zeigen im Verhältnis zu den Kisten, dass es sich hier um mehrere tausend Knollen handelt.

Auf indirektem Weg (über die „Redakteurin Kulturhauptstadt“, Jenny Zichner) habe ich am 5.3.2020, eine Mail vom Chef des Grünflächenamts Peter Börner weitergeleitet bekommen (ein direkter Kontakt zu Hr. Börner ist mir übrigens trotz etlicher unterschiedlicher Projekte und Versuche bis heute NICHT gelungen!!!). Diese weitergeleitete eMail enthielt folgende Abschnitte:

„Winterlinge sind wunderschön. Die Aktion an sich ist begrüßenswert.

Gute Winterling- Flächen wären zentrumsnah im Park der Opfer des Faschismus, entlang der Zschopauer Straße.

Park der OdF wäre für einen ersten Anfang ideal.

Deshalb wurden viele der Samen und Knollen dieser Spenden auch im Park der Opfer des Faschismus an geeigneten Stellen (im Frühjahr Sonne, später durch Laub beschattet) gepflanzt und gesät. Es befinden sich also seit 2020 schon ca. 1000-2000 Knollen und eine größere Menge an Samen im Park der OdF.  Das folgende Bild zeigt mich beim „Stecken der Knollen“ im Park der OdF:

Winterling-Knollen stecken im Park der OdF als Teil der Winterling-Aktion
Winterlinge im Park der Opfer des Faschismus an „geeigneten Stellen“ der straffierten Flächen

Es sind also schon viele „Startpunkte“ vorhanden, wovon etliche wahrscheinlich bereits im Frühjahr 2021 blühen. Deshalb lohnt es sich, ab Mitte/Ende Februar dort die Augen offen zu halten. Deren Samen könnten wiederum bereits ab 2024 blühen. Falls das Grünflächenamt mitspielt, und Hr. Börner seine Aussage an die Kulturhauptstadt Redakteurin ernst gemeint hat, besteht somit eine gute Chance, dass der Park der ODF im Kulturhauptstadtjahr 2025 bereits eine sehr schöne Winterling-Blühfläche sein kann.

Dazu müssen sich die Winterlinge aber gut und ungestört entwickeln, Samen bilden und diese ausstreuen können. Das bedeutet, dass die (wenn das Laub austreibt) beschatteten Rasenflächen des Parks der OdF von Anfang Januar bis zum Ende des Ausstreuens der Samen und vergilben der Winterling-Blätter (Ende Mai – Mitte Juni, je nach Wetter) NICHT gemäht werden dürfen. Da es nur die im Sommer beschatteten Flächen betrifft, auf denen das Gras sowieso „gemäßigt“ wächst, ist das bei vorhandenem Willen kein Problem.

Ich werde in diesem Frühjahr beobachten, ob das der Fall ist und darüber berichten, da das Grünflächenamt über die erfolgte Pflanzung bereits im letzten Jahr per eMail informiert wurde.

Eine Fläche auf der der BUND offiziell die Bepflanzung in Chemnitz durchführen darf, ist der „Nordpark“. In Abstimmung mit dem BUND-Verantwortlichen für die dortige Aktion, erfolget in 2020 ebenfalls eine „offizielle“ Pflanzung und Aussaat im Rahmen der Winterling Aktion. Im Nordpark ist dies vor allem in folgenden Bereichen erfolgt:

Winterling Pflanzung und Aussaat 2020

Somit bietet sich der Nordpark als zweite „offizielle“ Fläche der „Winterling-Aktion“ im Rahmen „Kulturhauptstadt 2025“ an. Es kann sein, dass es bereits einige andere mögliche Flächen gibt, da die „Winterling-Aktion“ so angelegt ist, dass jede Mitmacherin sich auch ihre eigene (möglichst geeignete) Stelle im öffentlichen Bereich suchen kann. Das macht Sinn, damit Winterlinge überall in Chemnitz blühen und Mitmacher in der Nähe ihrer Wohnung pflanzen können.
Damit man Kulturhauptstadt-Besuchern, dass Projekt aber nahebringen/zeigen kann, sind einige ausgewählte Flächen (wie der Park der Oper des Faschismus oder der Nordpark) als Beidpiele („Leuchttürme“) sinnvoll.

Vielleicht möchten sich auch einige Wohnungsgenossenschaften mit einer ihrer Flächen und ihren Mietern im Rahmen dieses Kulturhauptstadt-Projektes beteiligen? 

Mit einem konzentrierten Start im Frühjahr 2021 ist es noch rechtzeitig möglich, eine ganz schöne Winterling-Fläche bis 2025 zu erreichen.

Als Frage lässt sich noch diskutieren, ob im Rahmen des Projektes jeweils „reine“ Winterling – Flächen gewünscht sind, wie im Beispiel des Rautals bei Jena, oder gemischte Flächen mit Schneeglöckchen und Märzenbechern oder Elfenkrokussen, wie die folgenden Foto’s symbolisieren:

Winterlinge maerzenbecher schneegloeckchen verbund 2020
Verbund aus Winterlingen, Scheeglöckchen und Märzenbechern
Winterlinge krokusse an baum lebenswertes chemnitz
Winterlinge im Verbund mit Elfenkrokussen

Ein gemeinsames Pflanzen/Säen mit Schneeglöckchen und Elfenkrokussen würde die Mähzeiten der Flächen nicht weiter verändern. Bei Märzenbechern, dürfte wahrscheinlich bis Mitte Juni nicht gemäht werden, damit sie die Blätter in Ruhe „einziehen“ können, während der Elfen-Krokus Ende Mai auch ausgesamt haben sollte.

Aufwand für Chemnitz für dieses Kulturhauptstadt -Projekt um es erfolgreich zu machen

Wenn das Motto gilt, „einfach machen  – einfach machen“, kostet das „Winterling-Projekt“ die Stadt und das Kulturhauptstadt-Team keinen zusätzlichen Euro. Für einen Erfolg ist jedoch folgendes erforderlich:

  • Das Grünflächenamt hat zumindest für den Park der OdF den Vorschlag ernst gemeint und mäht deshalb zumindest die durch Bäume und Hecken beschattetet Flächen in der Zeit zwischen 1.Januar und  Ende Mai/Mitte Juni (bis Vergilben der Blätter der Winterlinge) nicht mehr. Außerdem erfolgt in dem Zeitraum keine Bodenbearbeitung unter den Hecken, also die Entfernung des Laubs (wenn nötig) bis spätestens Ende Dezember. Wenn das Laub unter den Hecken liegen bleibt, dann in einer „normalen Schicht“, ohne das zusätzliche Blätter „darunter gepustet“ werden, damit die Winterlinge noch durch die Laubschicht austreiben können. Es geht also eher um etwas weniger Aufwand zur Pflege der Flächen (oder den gleichen nur mit Beachtung der „pflegefreien Zeit“).
  • Der BUND kann für den Nordpark gleiches für die „Winterling – Flächen“ erreichen.
  • Wenn sich noch Wohnungsgenossenschaften an dem Winterling-Projekt mit festgelegten Flächen beteiligen, stellen sie das gleiche für diese Flächen sicher.
  • Die Chemnitzer-Medien berichten über das Projekt und machen es noch bekannter, damit viele Bürger an diesem „Mitmach-Projekt“ vor allem in 2021 und 2022 teilnehmen (die noch relevanten Jahre für 2025).
  • Dieses „Bürger-Mitmach-Projekt“ wird in Besucherinformationen und „Veranstaltungspläne“ für die Kulturhauptstadt 2025 mit aufgenommen, damit das

Mit „einfach machen – einfach machen“ ist gemeint, dass nur weil es ein Kulturhauptstadtprojekt wird, nicht unnötig viel organisatorischer Overhead/Zusatzaufwand entsteht.

Im oben bereits verlinkten Projektbeitrag zur „Winterling – Aktion“ ist alles fachlich Notwendige für die Projektdurchführung bereits beschrieben und auch erläutert, warum es ein besonders nachhaltiges und wertvolles Blühflächenprojekt zum Insektenschutz ist, nicht nur für Wildbienen und Honigbienen.

Dies ist einer der Projektvorschläge von „lebenswertes Chemnitz“ für das Kulturhauptstadt-Jahr 2025.