Schlagwort-Archive: Kritiken

Die Selbstgerechten – ein Dank

„Die Selbstgerechten“

-Mein Gegenprogramm – für Gemeinsinn und Zusammenhalt

von Sahra Wagenknecht ist für mich das beste deutsche Politik-Buch seit Jahren.

Ich danke ihr für das Buch, weil es nun nicht mehr geschrieben werden muss. Das spart Zeit, auch weil viele Themen darin gut und passen formuliert sind und deshalb direkt in der eigenen Argumentation (als Zitate) nutzbar sind. Eine gute Analyse zum Buch enthält der Spiegel online Artikel „Ein bisschen größenwahnsinnig“ von Tobias Becker.
Auch wenn Sarah Wagenknecht hauptsächlich linke Themen adressiert, passt vieles doch auch auf sehr viele Grüne und die „Lifestyle“-Mittelschicht in den anderen Parteien. Es ist ein Buch, was ein breiter Teil der heutigen deutschen Mittelschicht nicht gerne lesen wird. Deshalb ist es so gut und richtig.
Da es bisher nur in gebundener Version verfügbar und auch digital noch recht kostenintensiv ist, sollten die nicht so Privilegierten noch etwas warten, ehe sie das Buch lesen (oder Glück haben, es in der Bilbliothek zu bekommen ;-).

Um nicht vieles doppelt zu schreiben, lest die oben verlinkte Analyse. Aus dieser habe ich auch die beiden folgenden Zitate übernommen:

»Die meisten Wähler rechter Parteien sind keine Feinde der Demokratie. Viele haben eher den Glauben daran verloren, in einer zu leben.« (Sahra Wagenknecht)

»Die Identitätspolitik läuft darauf hinaus, das Augenmerk auf immer kleinere und immer skurrilere Minderheiten zu richten, die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden.« (Sahra Wagenknecht)

In diesem Sinne: Denkt darüber nach, welche Initiativen in Chemnitz mit öffentlichen Geldern und durch unsere „?Freie? Presse“ unterstützt werden, und welche nicht.

In der oben zitierten Analyse auf Spiegel online schreibt Tobias Becker:

„Die Identitätspolitik, schreibt sie, »begräbt den Anspruch, eine rationale Debatte auch nur führen zu können, und überhöht diffuse Empfindungen und mimosenhaftes Beleidigtsein.« Mal angenommen, da ist etwas dran (und das ist es), mal weiter angenommen, man will stattdessen eine rationale Debatte anstoßen (und das behauptet Wagenknecht): Ist es dann klug, die Empfindungen »diffus« und das Beleidigtsein »mimosenhaft« zu nennen? Ist es klug, die identitätspolitischen Lifestylelinken, die man gerade als besonders kränkbar identifiziert hat, gleich darauf zu beleidigen?

Wenn frau der durch Lifestylelinke und Lifestylegrüne zwingend geforderten „Gewaltfreien Kommunikation“ (GFK. nach Rosenberg ), also einer wertschätzenden, verbindenden, emphatischen Kommunikation ohne Urteile und Bewertungen, folgt, müsste ich jeden meiner Beiträge über „S² den Großen“, die CS³ oder unsere „?Freie? Presse“ zwingend mit Sätzen beginnen, wie:
„Es ist so schön, dass es Euch gibt. Es ist großartig, das ihr atmet und jeden früh aufsteht, um zu essen. Es ist so toll, dass ihr es geschafft habt, Euch anzuziehen und es ist mutig, wie ihr zu Euch steht und Euch die Erholung des Schlafens angedeihen lasst …“ 

… ehe ich verständnisvoll nach Beendigung des „in den Arsch kriechens“ eine vorsichtige Bemerkung formulieren dürfte (kniehend auf dem Boden, mit dem Gesicht nach unten), dass ich das sinnlose opfern von Menschenleben durch Sven Schulze  und die CS³ (Chemnitzer Sven Schulze Stadtverwaltung) nich 100% großartig finde, sondern dass man vielleicht (irgendwann, wenn es etwas ruhiger geworden ist)  darüber nachdenken sollte (natürlich nur, wenn das nicht zu schwer fällt), evtl. das ein oder andere sinnlose Opfer zu vermeiden, wobei ich mir der Unannehmlichkeiten für S² und die CS² und der Maßlosigkeit dieser Anmerkung bewusst bin und mich auch jetzt gleich wieder dafür entschuldige und verspreche dafür zusätzlich und intensiver „weiterzulecken“.

Man kann das so machen, wie sich das S², unsere CS³, unsere „?Freie? Presse“ und viele unserer Chemnitzer Politiker wünschen. Ich finde diese Vorgehensweise persönlich aber nicht ganz 100% angemessen, für Personen in „Machtpositionen“ mit überdurchschnittlichen Einkommen. Deshalb kann ich mich mit der Formulierungsweise von Sahra Wagenknecht eher anfreunden … und vielleicht finde ich Ihr Buch auch deshalb so gut … weil es MICH bestätigt. So anders bin ich also auch nicht  ;-).


Dieser Beitrag ist meine persönliche Meinung. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Eigenes (Mit)Denken sollte bei jedem Thema und Informationskanal die wichtigste Grundlage sein.  Der Beitrag „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“ (übrigens aus dem Wissensmanagement MOOC) kann bei der zukünftigen eigenen Meinungsbildung positiv unterstützen.

C2025 Apfelbaumprojekt – Kritik

„Apfelbaumparade – das europäische Apfelbaumprojekt“


… ist eine tolle erste Idee, aber so wie sie am 13.11.2020 im Chemnitzer Amtsblatt als „Flagship“-Projekt (Leuchtturmprojekt) präsentiert wurde, ist es noch nicht einmal „halbgewalkt“:

Chemnitzer Amtsblatt, 13.11. 2020, Seite 1

„Ziel dieses Projekts ist es, 4.000 Apfelbäume in Chemnitz und der Region zu pflanzen, die zu neuen Treffpunkten in der Nachbarschaft werden. Gesucht werden dafür Paten vor Ort oder aus ganz Europa, die sich dort einbringen, indem sie kleine Events unterm Apfelbaum organisieren oder zum Austausch einladen.“ (Zitat, Chemnitzer Amtsblatt, 13.11.2020, Seite 1)

Das klingt auf den ersten Eindruck toll, ist es so aber bei weitem noch nicht und bisher war auch kein persönliches Gespräch mit dem C2025 Team dazu möglich (trotz zahlreicher Versuche). Deshalb das „kritische Feedback“ hier:

Gezielte Desinformation

Wie überall in der Chemnitzer Politik wird auch hier mit „Desinformationen“ (siehe „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“) gearbeitet. Dazu nur kurz:

  • Die Äpfel des Fotos sind sicherlich mehr als 10x chemisch behandelt(konventioneller Obstbau).  Das Projekt wird jedoch wahrscheinlich „Streuobstbäume“, zumindest „chemisch unbehandeltes“ Wachstum im Sinn haben.  Deshalb ist das Foto bewusst irreführend. Ehrlich wären Äpfel, wie auf dem folgenden Bild, die auch im November so aussehen und für ein ehrliches Bild zur Verfügung gestanden hätten:
natürlicher Apfel im Herbst
  • Der Text (siehe „Zitat“) erzeugt den Eindruck, das Events des Kulturhauptstadtjahres im Schatten dieser gepflanzten Apfelbäume stattfinden sollen, also z.B. im Schatten eines Apfelbaumes wie im folgenden Bild:
im Schatten unter dem Apfelbaum
  • Das wäre wahrscheinlich nicht einmal die Realität in 2075. Das folgende Bild kommt der Realität in 2025 (wenn die Bäume in 2021 gepflanzt werden) wohl deutlich näher und zeigt, dass es unwahrscheinlich ist, dass darunter selbst „kleine Events unter dem Apfelbaum“ stattfinden können.
Apfelbaum unter dem in 2025 „kleine Events“ real stattfinden könnten
  • Fazit: Text und Bild zum „Flagship“-Projekt sind irreführend (Desinformation für „positives Image“)

Positives und Negatives zur Grundidee

Ein Baum-Projekt im Sinne der Apfelbaumparade für C2025 durchzuführen ist toll, auch die Idee zu „Events unter den Baumkronen“ ist Klasse. Das „Mitmachen“ über „Baumpaten“ zu organisieren, ist derzeit etwas in Mode, vielleicht „ok“ aber wahrscheinlich noch optimierbar.

Warum aber ein „Mono-Projekt“ ausschließlich mit 4.000 Apfelbäumen? Das wirkt doch sofort wie „Monokultur“ und wird so ein „Streuapfel“-Projekt und kein „Streuobst“-Projekt. Deshalb sollte es zumindest auf „Steuobst“ erweitert werden, also auch mit Birnen, Quitten, Kirschen, Plaumen, Mirabellen evtl. erweitert um Walnuss und Esskastanien (Maronen) oder auch typischen „Heckenpflanzen“, wie Kornelkirsche und Felsenbirne. Das wäre Vielfalt und kann trotzdem dem gleichen Gesamtkonzept folgen, nur variantenreicher und wirksamer nutzbar für die Bildung.

Im gleichen Zeitraum (beginnend ab 2021) gibt es in Chemnitz, das tolle Projekt INTERLACE, in dem es um die „Renaturierung von Brachflächen“ bzw. darum geht „urbane Ökosysteme effektiv (wieder)herzustellen, um lebenswertere, widerstandsfähigere und integrativere Städte zu schaffen„, was Chemnitz direkt mit der „Umweltbildung“ verbinden möchte. Das ist eigentlich eine optimale „Steilvorlage“, beide Themen „intelligent“ miteinander zu verbinden, aber nicht mit „Apfel – Monokulturen“.

Ob es dann „Events unter Baumkronen“ werden, was auch Linden zur Zeit der Lindenblüte, Eichen oder „unter Hängeweiden“ einschließen würde, oder nur „Events unter Obstbäumen“ ist dann weniger entscheident.

Baumkrone einer Linde (mit unvergleichlichem Duft während der Blüte)

Details zur Gesamt-Idee des „Obstbaum-Projektes“ seitens „lebenswertes Chemnitz“ auch in Verbindung mit INTERLACE führen hier zu weit. Die folgenden Bilder von Kirsche, Pflaume, Birne und Walnuss sollen nur andeuten, warum eine „Apfel-Monokultur“ nicht alles sein sollte:

blühender Kirschbaum
Pflaumenbaum in der Blüte
blühende Birne
Eichhörnchen im Walnuss-Baum

„Zweierlei – Maß“ Kritik

Dieser Kritik-Bereich richtet sich an die Chemnitzer Stadtverwaltung (Ämter), aber auch z.B. den NABU in Chemnitz und betrifft die Ungleichbehandlung von solchen „Flagschiff“-Projekten, die unter „Kulturhauptstadt“-Label segeln und von der Politik „gepusht“ werden, gegenüber sonstigen ehrenamtlichen Initiativen in Chemnitz, an konkreten Beispielen. Die folgenden Bilder von „Fallobst“-Bäumen sollen in das Thema einstimmen. Zuerst ein „Marketing Bild“ zur Fallobst-Idylle:

Apfelbaum mit Fallobst – unbekanntes Gemälde (Quelle pixabay: 1898305)

… und jetzt Bilder zur Realität:

Fallobst unter Apfelbaum
Fallobst näher betrachtet – mit Wespen (Klick auf Bild für Details)
Fallobst auf Wegen (Beispiel: Birne)

Zweierlei-Maß 1: Auf das Projektkonzept für den  Schau- und Lehrbienenstand im Botanischen Garten (Bienen Bildungs – Projekt, BiBi) kamen sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom NABU (Chemnitz) Rückmeldungen der Art: Weil Honigbienen auch stechen können und es Allergiker gibt, für die dies lebensgefährlich sein könnte, wäre deshalb mit einem Schau- und Lehrbienenstand der Botanische Garten Chemnitz nicht mehr sinnvoll nutzbar, weil zu große Teile wegen der Stechgefahr abgesperrt werden müssten. Wohlgemerkt, es geht hier um von Imkern auf „Friedferigkeit“ selektierte Honigbienen-Völker. Das „Stechrisiko“ ist minimal und schon 2m vom Flugloch entfernt fast nicht mehr vorhanden. Wespen dagegen sind um ein Vielfaches aggressiver (stechen um ein Vielfaches schneller und häufiger) und Wespenstiche sind für Allergiker genauso gefährlich. Es scheint aber kein Problem zu sein 4.000 „Wespen Hotspots“ (siehe Detailfotos vom Fallobst)  in Chemnitz und Umgebung anzulegen. Dagegen wird aber ein einziger Schau- und Lehrbienenstand mit friedfertigen Honig-Bienen wegen der Stechgefahr als Problem gesehen und versucht, ihn zu verhindern, insbesondere auch vom NABU (Chemnitz).

Zweierlei Maß 2: Bei der „Winterling-Aktion“ kam die Rückmeldung (Grünflächenamt), dass Winterlinge nicht in der Nähe von Spielplätzen gepflanzt/gesäht werden dürfen, weil sie „giftig“ sind. Im konkreten Fall ging es um einen Abstand von mehr als 100 m vom Spielplatz, der nicht ausreichte. Dazu müssten die Kinder die Winterling Blüten, Blätter oder Samen nicht nur pflücken, sondern in größerer Menge verspeisen. Wie hoch ist dagegen das Risiko, dass Kinder sich das Fallobst holen, in dem zahlreiche Wespen sind, und in diese Äpfel beißen und dabei von den Wespen im Hals gestochen werden. Das ist dann nicht nur für Allergiker lebensgefährlich und auch nicht nur für Kinder. Das Risiko liegt also um ein Vielfaches höher, als bei Winterlingen mehr als 100m entfernt von Spielplätzen. Aber es wird zweierlei Maß angesetzt, weil es ein C2025 Projekt ist.

Zweierlei Maß 3: In Chemnitz werden Sportplätze wegen des Haftungsrisikos bei Verletzungen überall durch verschlossene Zäune vor dem freien Zugang durch Chemnitzer geschützt. (entsprechendes Schreiben vom Bürgermeister Ralph Burghart liegt zu einer entsprechenden Anfrage vor). Auf Spielplätzen wird in Chemnitz darauf geachtet, dass sich kein Kind dort irgendwo einen Kratzer oder eine Beule holen kann, weshalb die meisten „Klettergeräte“ von denen ein Fall höher als 1,50m theoretisch möglich wäre, abgeschafft sind und dort auch für den Fall des Falls ein optimaler Schutz durch den Untergrund gegeben sein muss. Das Ergebnis: Es gibt keine „Klettergerüste“ mehr, die diesen Namen noch wirklich verdienen und es gibt fast keine frei zugänglichen  öffentlichen Sportanlagen in Chemnitz mehr.
Damit das Apfelbaum-Projekt Sinn macht, sind mit Sicherheit „Hochstamm“, vielleicht noch „Halbstämme“ geplant. Siehe z.B. Bild mit  dem Fallobst auf dem Weg. Die Fallhöhen von den Bäumen betragen also leicht 3-7m. Das reife Obst lockt Kinder und Jugendliche auf die Bäume. Die schönsten Früchte sind außen, wo die Bruchgefahr der Äste am höchsten ist. Mir selbst sind in meiner Jugend bei solchen Aktionen zahlreiche Äste, auf denen ich stand unter den Füßen weggebrochen und zweimal bin ich auch „richtig“ mehrere Meter „abgestürzt“ (wenn auch nur mit Prellungen und Zerrungen).  Das Risiko, sich bei solchen Aktionen zu verletzen ist deutlich höher, als bei einem 5m Klettergerüst (gab es früher wirklich) auf einem Spielplatz. Wenn die Baumkronen der Apfelbäume dann noch über einen Weg oder andere gefähliche unebene und/oder harte Untergründe ragen, steigt das Risiko für ernsthafte Verletzungen deutlich an  … und inzwischen sind viele Kinder nicht mehr so geübt in solchen Situationen. Mit den „Fallapfel“-Bäumen entsteht also ein viel höheres Risiko für ernsthafte Verletzungen, als durch frei zugängliche Sportplätze und Spielplätze mit Klettermöglichkeiten, die den Namen verdienen. Was nach dem Kulturhauptstadtjahr mit den Fallapfel-Bäumen in Chemnitz passiert, wenn sich das erste Anwalts-Kind den Arm gebrochen hat, weil es vom Baum gefallen ist, kann ich mir gut vorstellen. Jetzt als C2025 Flagship-Projekt, gilt noch zweierlei Maß.

Zweierlei Maß 4: Das Bild „Fallobst auf Wegen“ kann man so ähnlich schon jetzt bei den wenigen existierenden Fallapfel-Bäumen in Chemnitz beobachten. Solch ein matschiger Fallapfel (ist neben der Stechgefahr durch die ansitzenden Wespen) auch sehr gut mit einer „Bananenschale“ vergleichbar. Wie auf dieser sind entsprechende Stürze auf diesen Wegen möglich und werden auftreten. Wennn eine private Grundstücksbesitzerin solche Risiken nicht beseitigt (dazu gehört auch räumen und streuen im Winter), ist sie für die Folgen haftbar. Wie ist das bei den „Falläpfeln“? Wohl genauso. Wie wird die Stadtverwaltung reagieren, wenn sich solche „Apfelschalen“-Unfälle häufen, sobald C2025 vorbei ist? Wie erginge es einem anderen Projektantrag einer ehrenamtlichen Initiative in Chemnitz, die nicht zum politisch gewollten C2025 gehört? Ich weiß es. Die hat keine Chance, von der Chemnitzer-Stadtverwaltung genhmigt zu werden.

Gleiches Maß auf „Lebensrisiko“-Niveau

Mein (im „Barbara Ludwig- Chemnitz“ wohl unerfüllbarer) Wunsch wäre, dass gleiches Maß an Projekte ehrenamtlicher Initiativen gelegt wird, wie an C2025 Projekte. Damit meine ich aber, dass Chemnitz (Politik und Stadtverwaltung) wieder einheitlich mehr zu einem „Lebensrisiko“-Niveau steht: Es soll also wieder freie öffentliche Sportstätten geben, Spielplätze mit Klettermöglichkeiten, die diesen Namen verdienen, Lehrbienenstände und Fall-Obst wo man auch mal gestochen werden kann, Fallobst-Bäume von denen man auch stürzen kann (z.B. wenn ein Ast bricht), das Risiko auf einer Eisfläche einzubrechen oder in einem unbewachten frei zugänglichen Gewässer zu ertrinken usw. Für mich gehört das zur „Freiheit“ dazu, nicht nur ausnahmsweise für C2025 Projekte!

Kritik am „C2025 – Geklüngel“

Nervig ist (schon in der C2025 -Bewerberphase) und bis heute, dass keine „fremden Meinungen“ außerhalb des „C2025 – Geklüngel“ erwünscht scheinen. Das führt letztendlich zu solch unausgegorenen Projekten, wie in diesem „Apfelbaum“ Beispiel. Nicht nur ich bin in den letzten Jahren daran gescheitert, an C2025 Themen mitzuwirken. Dadurch sonnt sich das C2025-Team immer im Eigenlob ihrer eigenen Ideen und verpasst die Chance, gute erste Ideen zu einem wirklich tollen Projekt zu entwickeln.
Das Mikroprojekt – Antragsverfahren ist eine gute Idee, solange es nicht das Mittel wird, jeden „fremden Einfluss“ aus dem „C2025 – Geklüngel“ herauszuhalten. Derzeit wird jede Anfrage und Vorschlag auf das „Mikroprojekt-Förderprogramm“ von C2025 verwiesen. Es dient also in Chemnitz derzeit als Schutzschild, „fremde Initiative“ vom Kulturhauptstadt-Team fernzuhalten. Auf die Veröffentlichung entsprechender Mails der letzten Tage verzichte ich diesmal (noch). Trotzdem fehlt mir der Glaube, dass das mit der neuen GmbH besser wird.
Wenn das Kulturhauptstadt Jahr für Chemnitz nachhaltig werden soll, muss es die Möglichkeit geben, Flagship-Projekte von der „mittelmäßigen Idee“ zu einem nachhaltigen tollen Projekt zu entwickeln und sinnvolle neue Flagship-Projekte aus der Breite der Chemnitzerinnen zu entwickeln. So etwas ist beim derzeitigen Selbstverständnis des aktuellen C2025 – Projektteams offensichtlich nicht möglich. Nur „versenkte Autos“ und auf dem Theaterplatz zertrümmerte Boote werden nicht nachhaltig für Chemnitz sein. Zum Thema wenig nachhaltig und wenig zielführend  gehören übrigens auch „Schmetterlingswiesen“, die im Herbst komplett abgemäht werden und so angelegt sind, dass sie spätestens aller 3 Jahre komplett neu angelegt werden müssen (hohe laufende Kosten und „unnatürlich“).

zur Apfelbild-Kritik

Ich kritisiere nicht „Obst aus konventionellem Obstanbau“. Ich halte im Gegenteil den konventionellen Anbau für eine soziale und gerechte Gesellschaft derzeit in Deutschland und der Welt für unverzichtbar. Wobei für mich auch „integrative“ Landwirtschaft- und Obstbau dazu gehören, solange damit die sozial gerechte Ernährung der Weltbevölkerung erreicht werden kann. Je weniger Land gebraucht wird, um die Menschheit sinnvoll zu ernähren, desto mehr Land bleibt für „unberührte Natur“ und ist deshalb ein Beitrag zum Natur- und Umweltschutz.  Die Kritik am Anfang bezog sich also ausschließlich auf das „unehrliche Bild“ im Amtsblatt zum Apfelbaum-Projekt.

Allgemeine Gedanken-Sammlung zum Apfelbaum-Projekt

Eines der größten Nachhaltigkeitspotentiale zu allen Umweltthemen in Chemnitz haben die Kleingartensparten (Kleingartenvereine). Diese sind quasi das mächtige Rückgrat für „grüne Nachhaltigkeit“ in Chemnitz. Wie werden diese in alle C2025 Projekte konstruktiv eingebunden, die das Thema Umwelt tangieren? (wirklich konstruktiv und nicht nur auf dem Papier)
10 Hektar große Blühflächen am Stück, sind etwa genauso, wie ein Speicher mit allem Getreide, das für Chemnitz in einem Jahr benötigt wird, in den man eine einzelne Maus steckt.  Wie werden die ca. 400 Tonnen Fallobst (geschätzt 100kg/Baum/Jahr) oder die 4.000 „Veranstaltungsorte unter dem Apfelbaum“ (in ca. 50 Jahren) am sinnvollsten benötigt? Wenn wir auf der einen Seite umfassende Aktionen starten, um das Wegwerfen von 200 Tonnen Lebensmitteln in Chemnitz zu verhindern, wie passen dann 300 Tonnen (überflüssiges) Fallobst dazu? Nutzen solche Igel-Futterplätze an Stellen, wo es auf der Insel zwischen den umgebenden Straßen keine „Übertagungs- und Überwinterungsplätze“ für Igel gibt? Fazit: Wo sollten warum diese OBSTbäume gepflanzt werden und machen auch zusätzlich Ideen zur Verwendung des überschüssigen Obstes Sinn. Das sind ja sonst „vergammelnde Lebensmittel“ in recht großem Umfang. Sind Events im faulenden Fallobst tatsächlich so sexy, oder wäre zu der Zeit ein Event unter der Farbenpracht eines „Zuckerahorns“ nicht passender?

Die vorhandenen Überlegungen zur Verbindung zur „Umweltbildung“ und zum Projekt INTERLACE führen hier zu weit.

Fallapfelbaum im Winter

Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinung. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Eigenes (Mit)Denken sollte bei jedem Thema und Informationskanal die wichtigste Grundlage sein.  Der Beitrag „Desinformation (Fake News) aufdecken und einordnen“ (übrigens aus dem Wissensmanagement MOOC) kann bei der zukünftigen eigenen Meinungsbildung positiv unterstützen.

Projekte, Taten, Ideen, Visionen

… für ein noch lebenswerteres Chemnitz sind der fachliche Kern unserer Initiative. Aber auch das bewusste Wahrnehmen des Besonderen, Einzigartigen und Schönen was uns bereits umgibt, ist ein sehr wichtiger Teil. Es gehören aber auch offene Kritiken dazu, an Missständen die ein noch lebenswerteres Chemnitz verhindern.

Schönes + Besonderes,

enthält Themen, die in Erinnerung rufen, was es an Schönem, Besonderem und vielleicht Einzigartigem bereits in Chemnitz gibt. Dies gerät im Alltag leicht in Vergessenheit und wird als selbstverständlich gesehen, was es nicht ist. Wieder bewusst darauf zu achten, ist Ziel der Themen in diesem Bereich. Ein Beispiel ist das in Europa vielleicht einzigartige 100m Schwimmbecken im Bernsdorfer Bad. Jede, die nicht nur 25m plantscht und nicht nach wenigen Schwimmzügen wenden möchte, kann diese Freiheit im Innern fühlen.

Projekte

enthält Informationen, Ergebnisse, Ziele und Visionen von tatsächlich laufenden oder abgeschlossenen  Projekten, die durch „lebenswertes Chemnitz“ unterstützt werden/wurden. Ein Beispiel hierfür ist die „Hausbibliothek“ in der Hausbewohner ihre besten Bücher und Medien teilen. Dazu gehören aber auch viele „kleine gute Taten“ die Jede(r) täglich begehen kann, für ein lebenswerteres Chemnitz.

Projektideen

enthält Beschreibungen und Informationen zu Projektvorschlägen, Ideen und Visionen, die noch nicht begonnen haben, weil z.B. die Zeit, weitere Mitmacher, Unterstützer, Mittel und Geld, spezielle Kompetenzen oder notwendige Genehmigungen fehlen.  Hierrüber könnt Ihr Unterstützer und Mitmacher für die Ideen suchen und hoffentlich finden. Ein Beispiel hierfür ist die Aktion „Frühblüher für Chemnitz“, bei der möglichst viele Chemnitzer Frühblüher/Zwiebeln im öffentlich zugänglichen Raum pflanzen/stecken. Aus dieser Idee ist inzwischen ein Projekt geworden.

Kritisches

Zu einem „lebenswerten Chemnitz“ gehört auch, Missstände, Fehlentscheidungen und falsche Entwicklungen deutlich und direkt zu kritisieren. Hier sind diese Kritiken mit konkreten Lösungsvorschlägen oder zumindest der verständlichen Verdeutlichung des Problems/Missstands gesammelt. Ziel von „lebenswertes Chemnitz“ ist, dass diese Missstände behoben werden. Als Beispiel hierfür sei die CVAG und die Nahverkehrspolitik der Stadt genannt.
Nicht alle hier kritisierten Missstände können durch die „Stadt“ und die „Chemnitzer“ allein behoben werden. Aber sie können sich zumindest in Land, Bund und Europa für deren Lösung einsetzen.